2017-01-27

Impulsen folgen

Ich lerne gerade. Wenn man Impulsen folgt, einer inneren Stimme, die genau weiß, was gerade das Richtige für einen ist, seinen Denkapparat dabei pausieren lässt, dann wird es gut. Woher kommt diese innere Weisheit? Woher weiß sie welcher Weg der richtige für mich ist?

Das Jahr ist noch jung. Gerade mal knapp einen Monat alt und trotzdem kommt es mir so vor, als wären schon mehrere Monate ins Land gezogen, wenn ich sehe, was alles in so kurzer Zeit geschehen ist.

Innerhalb weniger Wochen hat mein Lebensweg wieder eine komplett neue Richtung genommen. Die Zweifel und Unsicherheiten sind weg. Alles hat sich gefügt, wie es sich in keiner erfundenen Geschichte besser hätte fügen können. Alles macht wieder Sinn. Ich mache Sinn und das Beste ist, ich habe es selbst initiiert, habe den Ball ins Rollen gebracht und somit ist eins zum anderen gekommen. Entscheidung, neue Lebenssituation, neuer Job, neue Aufteilung, Reisepläne, glückliches Kind, glückliche Mutter!

Ich möchte mit diesem Artikel Mut machen. All denjenigen, die an sich und ihren Entscheidungen zweifeln. Wie fühlt es sich tief in dir drin an? Lass mal den Gedankenstrom versiegen und fühl nur in dich hinein. Lass die anderen weg. Streiche Gedankenfetzen wie ABER, WAS WENN, WIE, WARUM, WAS DENKT... Was fühlst du? Immer wenn wieder ein Gedanke auftaucht, schiebe ihn zur Seite und konzentriere dich wieder auf dich selbst. Zweifel nicht an der Echtheit deiner Gefühle. Lasse sie zu. Lasse sie zu Wort kommen und dir mitteilen, was sie dir sagen möchten. Kämpfe nicht gegen sie. Sie haben ihre Berechtigung. Alles, was in dir kommuniziert, möchte erhört werden und nicht übertönt durch den Wortschwall anderer oder deine Gedankenflut. Das macht dich nur unsicher.

Sei gut zu dir. Verschaffe deiner inneren Stimme Gehör, indem du dich ihr zuwendest und sie ernst nimmst. Schiebe die Zweifel deines Gehirns beiseite und vertraue deinem wirklichen Ich. Deinem Ursprung. Sei wieder du selbst und messe dich nicht an anderen. Lass dein Urvertrauen zurückkehren und Frieden in dir einkehren. Damit (er)schaffst du Selbstliebe und genau damit bist auch du selbst wieder fähig andere zu lieben. Du bist einfach du und ich bin ich. Zwei Paar Schuhe. Das, was sich für mich richtig anfühlt, ist für dich nicht unbedingt das Richtige und umgekehrt. Jeder ist einzigartig für sich. Darum geht es. Seinen eigenen Weg zu gehen und nicht in die Fußstapfen anderer zu treten.

2017-01-09

Gestörte Familienstrukturen

Ich hatte in letzter Zeit ein paar sehr bewegende Gespräche mit meinen Schwestern. Ich bin froh, dass wir uns gerade so nah sind. Dass wir über alles, das uns bewegt reden können. Das war nicht immer so. Über viele Jahre hatten wir uns ziemlich aus den Augen verloren. Jeder beschäftigt mit seinem Leben, seinen Problemen, seinem ganz persönlichen Drama. Gemeinsam haben wir, dass wir eine Menge Ballast mit uns herumschleppen. Vergangene Tragödien, die in uns weiterleben.

Es ist so traurig, wenn ich darüber nachdenke, dass so viele Menschen leiden aufgrund ihrer Vergangenheit. Für mich ist jedoch nicht nur die Vergangenheit ausschlaggebend, sondern auch wie sehr uns die Vergangenheit auch in der Gegenwart einholt. Natürlicherweise möchte man den Kontakt zu Menschen vermeiden mit denen man schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Ich glaube mit die schlimmsten Tragödien finden in Familien statt. Da es die Menschen sind, denen wir für gewöhnlich am Nahsten stehen, verletzt es uns und können wir diesen Verletzungen auch kaum aus dem Weg gehen. Ein natürlicher Instinkt ist zu fliehen, wenn Gefahr droht. In einer Familienstruktur ist dies nur sehr eingeschränkt möglich und genau hier liegt die Tragödie, denn wir werden nicht nur Opfer, sondern auch Gefangene. Die Hoffnung, das diesmal alles anders ist, treibt uns immer wieder zu unserem Ursprung zurück. Es ist wie eine Sucht. Die Sehnsucht. Sehnsucht nach Liebe, Verständnis, Akzeptanz. Die Sehnsucht hält uns wie Gefangene.

Man sollte meinen, wenn man genügend schwierige Erfahrungen mit denselben Personen gemacht hat, lernt man daraus. Doch so einfach ist das nicht. Nur wenige können die alten Familienstrukturen wirklich konsequent meiden. Obwohl wir wissen, dass es uns schadet, begeben wir uns immer wieder in dieselbe Situation. Wir wiederholen sogar oft unbewusst die gleichen Strategien, obwohl sie uns zuwider sind. Wir haben es selbst so erfahren und geben es an die nächste Generation weiter.

All das macht uns krank. Wir sind nicht gut zu unseren Mitmenschen und noch weniger zu uns selbst. Aber wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. So geb ich die Hoffnung nie auf, dass irgendwann alles gut wird. Aber, ich habe gelernt, dass ich gut zu mir sein muss, weil ich sonst krank werde. Ich muss mir genau überlegen wie viel negative Energien ich aushalte. Die Dosis macht das Gift. Ich muss mich schützen, bevor ich mich in eine Negativwolke begebe, wenn es sich denn nicht vermeiden lässt. Ich muss bei mir bleiben, bei meinen Werten, an mich glauben und mich nicht vom Weg abbringen lassen. Diejenigen, die einen versuchen zu manipulieren, haben keinen inneren Frieden gefunden.

Warum ist es so schwer jemand anderen für seine Andersartigkeit gern zu haben? Warum sind wir so gefangen in einer Vorstellung wie ein Mensch sein sollte? Warum fällt es uns so schwer zu lieben?
An einer Weggabelung kann man immer zwei Wege wählen. Nach links oder rechts. Wegweiser erleichtern gewöhnlich die Wahl. Der eine Weg führt zu Akzeptanz, Verständnis und Liebe. Der andere führt in die Hölle. Highway to Hell.

Wie kann mir die Vergangenheit in der Gegenwart helfen? Wie kann ich von meinem Leid und das anderer lernen? Was kann ich für mich mitnehmen? Wenn ich mein Kind als meinen Lehrer betrachte, ermöglicht es mir die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Sie zeigt mir gerade, was sie braucht. Und im Prinzip sind unsere Bedürfnisse sehr ähnlich. Lange Zeit empfand ich oft Überforderung. Ich war in der Ernährerrolle und brauchte selber dringend Nahrung. Langsam lerne ich meine Energien anders zu fokussieren. Ich übe mich in Akzeptanz. Es ist wie es ist. Indem ich ihr die Aufmerksamkeit schenke, die sie braucht, nähre ich auch mein inneres Kind. Diese Visualisierung vereinfacht es für mich. Damit fange ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich muss nicht mehr sehnsüchtig warten, bis ich mich um mein inneres Kind kümmern kann, das eigentlich ständig zu kurz kommt und in mir motzt. Wenn ich es miteinbeziehe und es mitkuscheln, mitspielen und mitreden lasse, dann sind alle vereint. 💕
Klingt schräg aber erzeugt in mir ein wohliges Gefühl von Frieden.

2017-01-01

Identitätskrise (Ich sein)

In meinem Blogpost Zentrum der Achtsamkeit vor etwas über einem halben Jahr habe ich lauter Dinge aufgezählt, die mir wichtig sind. Mein Text dazu damals. "Hier möchte ich sein" passt gut. Im Moment klingt es fast wie eine nette Theorie. Vor ein paar Monaten stürzte ich mich in ein Abenteuer, das von so vielen Zweifeln umgeben war, die ich ständig versuchte auszublenden, ja zu ignorieren.

Es war schön mal wieder etwas für MICH zu tun. Ich war zwar viel unter Menschen, tat aber etwas ausschließlich für mich und war mein eigener Herr. Keiner der ständig meine Aufmerksamkeit verlangte. Keiner, der mir auf Schritt und Tritt folgte. Keiner, der mir auf die Finger guckte. Ich konnte mich frei bewegen. So frei es in einem vollgepackten Programm eben möglich ist. War dieser sehr arbeitsreiche und aufwendige Weg wirklich der einzige Weg, um aus dem Gefühl des gefangen seins auszubrechen?

Es ist wichtig etwas für mich zu machen. Das kommt viel zu kurz in der momentanen Familiensituation aber ist ein Haufen Arbeit die einzige Möglichkeit? Worum geht es hier eigentlich? Was ist mein Problem?

Ich sein.

Wer bin ich denn? Ich bin Anne. Ja, das ist mein Name. Und sonst? Was definiert mich? Was ist denn das, was mich ausmacht? Identitätskrise? Wie bin ich denn ich? Wie möchte ich sein?

Frei.

Bin ich frei ohne Verpflichtungen? Bin ich frei ohne Job oder Familie? Bin ich frei, wenn ich ans andere Ende der Welt fliege?

Das wäre schön.

Langsam wird mir bewusst. Freiheit kommt von innen. Ich bin in mir selbst gefangen. Aber warum? Was ist es, das mich lähmt und ausbremst?

Mein Gedankenkarussell.
Total verkopft, wie ein weiser Mann letzten Frühling zu mir sagte, als er mein Energiefeld wahrnahm.

Mir wird gerade bewusst. Ich bin noch weit entfernt vom einfach nur (ich) sein.

Ich gucke mir noch einmal mein Mindmap an. In der Mitte das Herz. Selbstliebe. Tu, was dir gut tut! Jeden Tag. Das mache ich mir jetzt zum Mantra. Mal seh'n ob's hilft! 💗