2016-12-08

Neuanfang

Was ist passiert? Es ist so still geworden hier. Ja, ich lebe noch. Ich lebe wieder. Ich habe mich quasi wiederbelebt. Hinaus in die Welt gewagt, die mir oft so bedrohlich erschien. Die Onlinewelt durfte ruhen. (Das hat sie natürlich nicht getan, aber bei mir hat sie sich doch auf ein Minimum beschränkt.)

Neuanfang. Das klingt so bahnbrechend. So "WOW", was hat es damit auf sich? Für mich persönlich ist es das sicher auch. Es ist aber nicht nur aufregend und schön. Es ist vor allem herausfordernd. Entwicklungsfördernd würde ich meinen. Jetzt erst richtig neugierig geworden? 😏

Ich habe vor ein paar Monaten mit etwas Neuem angefangen. Spontane Ideen sind bei mir meistens die Besten. Sie sind vielleicht "unüberlegt*" aber intuitiv. Das kann von Vorteil sein (bei mir jedenfalls), denn jedes Mal, wenn das Gehirn geschafft hat sich einzuschalten (dazwischen zu funken), ist es mir meist im Weg mit seinen unermüdlichen Abwägungen. Oft habe ich mir das Hirn zermartert, wie man so schön sagt, bis ich so gelähmt war, dass eine Entscheidung kaum mehr möglich war und wenn, dann definitiv keine aus dem Bauch heraus.

Immer wieder habe ich mich in meinem Leben gefragt, was der Sinn meines Daseins ist. Warum bin ich hier? Für andere? Für mich und meine Entwicklung? Macht alles Sinn? Mache ich Sinn? Hab ich so etwas wie eine Bestimmung (Berufung)? Ich kam mir verloren vor. Ich hatte das Gefühl zu mir selbst verloren. Dann wurde ich Mutter und mein Leben machte für mich eine ganze Menge mehr Sinn. Für mich ist es gleichzeitig das größte Glück und die größte Herausforderung in meinem bisherigen Leben.

Ich drücke gerade wieder die Schulbank. Diesmal ist aber alles anders. Ich meine nicht nur die äußeren Umstände wie eigene Familie, anderes Umfeld und Sprache sowie extrem komprimierter Inhalt. Ich habe diesmal wirklich das Gefühl. Ich lerne fürs Leben. Ethik, Physiologie & Psychologie, Pädagogik. Gesundheitspflege. Zusammenhänge verstehen. Alles Themen, die mich auch im privaten Leben seit Jahren beschäftigen, mit denen ich mich auseinandersetze und mit denen wir (ich) im täglichen Leben konfrontiert werde(n). Allgemeinwissen sozusagen. Und doch wissen viele so wenig darüber.

Neulich sah ich einen kleinen Bub, im Alter von etwa 6 Jahren ins Fernsehen rufen. "Wir sind alle gleich viel wert! Sei du selbst." Eine so einfache Message, die so viel aussagt.
Von einem Kind. Toll! Welch Selbstbewusstsein. Beneidenswert.

Das bringt mich aber auch immer wieder dahin zurück, dass das Umfeld in dem ich aufwuchs einfach nur krank war. Mich krank gemacht hat. Schade, dass mich das bis heute begleitet...UND belastet.

Das was war, ist nicht zu ändern. Das was kommt, kann ich beeinflussen. Mein Ziel ist es, das JETZT sein, für mich möglichst angenehm zu gestalten. Nicht zu viel nachzudenken, sprich Gehirnmarterei zu betreiben. Ich höre die Worte von Eckhart Tolle. "Lebe im Jetzt." Danke für die Erinnerung. Manchmal hat so ein Hirn auch wieder seine Vorteile. 😊



unüberlegt* = sprich bei mir: bis ins kleinste Detail geplant

Kommentare:

  1. Bei dir bewegt sich etwas, das ist gut. Bewegung ist anstrengend, das kenne ich von mir, aber es bedeutet eben auch Veränderung, Vorwärtskommen, wegkommen von alten und quälenden Erlebnissen. Hin zu etwas neuem, zu Wagnissen und persönlichen kleinen Erfolgen. Und quasi zwischendrin ändern wir uns, meistens leise und unauffällig für uns selbst, bis wir eines Tages bemerken, wie viel sich geändert hat und wir uns dort wiederfinden, wo wir hin wollten. Ich wünsche dir die nötige Kraft für das, was vor dir liegt.
    Im wiederentdecken des Momentes und des Jetzt verbergen sich viele kleine Schönheiten, die man sonst allzu leicht übersieht. Sie wahrzunehmen und mich an ihnen zu freuen, wurde für mich zu einem Quell der Kraft, und ich denke, bei dir wird es ähnlich sein. Eckard Tolle lese ich übrigens auch gerne.

    Liebe Grüße, Patricia

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    1. Liebe Patricia,
      vielen dank für deinen lieben Kommentar. Ich sehe, du schriebst an Heiligabend. Ich hoffe, du hattest ein friedliches Fest und das neue Jahr wird dir viele schöne Momente bescheren.
      Ja, das Leben ist bei mir immer noch ein ständiges Auf und Ab. Es gibt helle Momente und dann auch wieder die Dunklen. Das kennst du sicher auch. An die persönlichen kleinen Erfolge möchte ich mich halten. :-)

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  2. Hallo Anne,
    Ich schau grad nochmal vorbei bei dir und las eben nochmal unsere beiden Kommentare nach und dazu fiel mir dann noch das folgende ein:

    Zu deinem letzten Satz: Ich halte das für eine ausgezeichnete Strategie. ;-)

    Ja, ich kenne das auf und ab und das voranschreiten und danach dann oft wieder das anschließende hinterfragen und vielleicht ergibt sich jeweils on top auch noch ein zweifeln, ob man es denn so "richtig" macht oder ob nicht.

    Es wird sich alles fügen mit der Zeit, wenn man dem Veränderungsprozess Raum und Möglichkeit(en) gibt. Machen und ausprobieren, bis es passt scheint mir ein guter Weg zu sein.

    Ich feiere eigentlich nicht mehr so wirklich Weihnachten, ich habs inzwischen ehr mit den Rauhnächten von der Wintersonnenwende bis Anfang Januar. Diese 12 Tage waren aufregend und sehr spannend für mich. :)

    Ich werde gleich mal deinen neuesten Text lesen und sage schon mal byebye und liebe Grüße!

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