2016-12-08

Neuanfang

Was ist passiert? Es ist so still geworden hier. Ja, ich lebe noch. Ich lebe wieder. Ich habe mich quasi wiederbelebt. Hinaus in die Welt gewagt, die mir oft so bedrohlich erschien. Die Onlinewelt durfte ruhen. (Das hat sie natürlich nicht getan, aber bei mir hat sie sich doch auf ein Minimum beschränkt.)

Neuanfang. Das klingt so bahnbrechend. So "WOW", was hat es damit auf sich? Für mich persönlich ist es das sicher auch. Es ist aber nicht nur aufregend und schön. Es ist vor allem herausfordernd. Entwicklungsfördernd würde ich meinen. Jetzt erst richtig neugierig geworden? 😏

Ich habe vor ein paar Monaten mit etwas Neuem angefangen. Spontane Ideen sind bei mir meistens die Besten. Sie sind vielleicht "unüberlegt*" aber intuitiv. Das kann von Vorteil sein (bei mir jedenfalls), denn jedes Mal, wenn das Gehirn geschafft hat sich einzuschalten (dazwischen zu funken), ist es mir meist im Weg mit seinen unermüdlichen Abwägungen. Oft habe ich mir das Hirn zermartert, wie man so schön sagt, bis ich so gelähmt war, dass eine Entscheidung kaum mehr möglich war und wenn, dann definitiv keine aus dem Bauch heraus.

Immer wieder habe ich mich in meinem Leben gefragt, was der Sinn meines Daseins ist. Warum bin ich hier? Für andere? Für mich und meine Entwicklung? Macht alles Sinn? Mache ich Sinn? Hab ich so etwas wie eine Bestimmung (Berufung)? Ich kam mir verloren vor. Ich hatte das Gefühl zu mir selbst verloren. Dann wurde ich Mutter und mein Leben machte für mich eine ganze Menge mehr Sinn. Für mich ist es gleichzeitig das größte Glück und die größte Herausforderung in meinem bisherigen Leben.

Ich drücke gerade wieder die Schulbank. Diesmal ist aber alles anders. Ich meine nicht nur die äußeren Umstände wie eigene Familie, anderes Umfeld und Sprache sowie extrem komprimierter Inhalt. Ich habe diesmal wirklich das Gefühl. Ich lerne fürs Leben. Ethik, Physiologie & Psychologie, Pädagogik. Gesundheitspflege. Zusammenhänge verstehen. Alles Themen, die mich auch im privaten Leben seit Jahren beschäftigen, mit denen ich mich auseinandersetze und mit denen wir (ich) im täglichen Leben konfrontiert werde(n). Allgemeinwissen sozusagen. Und doch wissen viele so wenig darüber.

Neulich sah ich einen kleinen Bub, im Alter von etwa 6 Jahren ins Fernsehen rufen. "Wir sind alle gleich viel wert! Sei du selbst." Eine so einfache Message, die so viel aussagt.
Von einem Kind. Toll! Welch Selbstbewusstsein. Beneidenswert.

Das bringt mich aber auch immer wieder dahin zurück, dass das Umfeld in dem ich aufwuchs einfach nur krank war. Mich krank gemacht hat. Schade, dass mich das bis heute begleitet...UND belastet.

Das was war, ist nicht zu ändern. Das was kommt, kann ich beeinflussen. Mein Ziel ist es, das JETZT sein, für mich möglichst angenehm zu gestalten. Nicht zu viel nachzudenken, sprich Gehirnmarterei zu betreiben. Ich höre die Worte von Eckhart Tolle. "Lebe im Jetzt." Danke für die Erinnerung. Manchmal hat so ein Hirn auch wieder seine Vorteile. 😊



unüberlegt* = sprich bei mir: bis ins kleinste Detail geplant

2016-08-21

Einfach sein

Ich beobachte sie. Wie sie sich bewegt. Sie ist ganz sie selbst. Natürlich und unbeschwert. Tanzend bewegt sie sich durchs Leben. Macht Menschen glücklich. Einfach nur so durch ihr Sein...



...ich genieße diesen Augenblick...




2016-06-26

Wie schütze ich mich?

Heute ist ein tiefer Frieden in mir. Gestern ist für mich etwas sehr bahnbrechendes passiert. In mir war dieses Glücksgefühl. Glück darüber, dass das irdische Dasein nicht begrenzt sein muss. Ich setze mir Grenzen zu anderen Menschen aber bin mir selbst gegenüber grenzenlos achtsam. Mein Thema ist, mich zu schützen und trotzdem nicht komplett dicht zu machen. Das heißt, ich schütze mich vor negativen Energien, z.B. durch einen imaginären Schutzpanzer, ich stelle mich dann in einer Ritterrüstung vor oder in der Mitte einer energetisch geschützten Kugel, distanziere mich physisch von dem zerstörerischen Energiefeld und wende mich nur meinem inneren Kind zu. Beschütze es, umarme es und bin nur bei mir. Dabei stelle ich mir vor, wie ich auf das dreijährige Kind in mir aufpasse. Helfen dabei tut mir, dass meine Tochter gerade in dem Alter ist. Ich sehe, wie verletzlich ich zu dem Zeitpunkt bin (war) und das dieses Kind eine Menge Zuwendung braucht. Wenn ich ihm Beachtung schenke, freut es sich. Ist unendlich dankbar. Ich sehe es strahlen. Das schenkt mir Frieden. Ich habe einen Weg für mich gefunden, mich vor negativen äußeren Einflüssen zu schützen und gleichzeitig die selbstzerstörerischen Gedanken abzustellen. Nämlich, indem ich mich von der negativen Quelle abschneide und mich etwas Positivem zuwende. Konzentriere ich mich auf mein Wohl, dann kommen gar keine negativen Gedanken auf, die dann ein negatives Gefühl nach sich ziehen. Das erfordert natürlich auch Übung und gelingt mir auch in Zukunft vielleicht nicht immer. Aber ich weiß jetzt, wie es sich anfühlen kann!

2016-06-09

Das verletzte innere Kind

Im Moment ist viel in Bewegung. Ich bewege mich zwischen Licht und Schatten meines Ichs. Vor ca. 4 1/2 Jahren erfuhr ich von Hochsensibilität. Seitdem habe ich mich damit identifiziert und mich intensiv damit auseinander gesetzt.
Doch auch wenn ich mich in vielen Schilderungen und Beschreibungen wiederfand, so half diese Erkenntnis nicht über meinen tiefen inneren Schmerz hinweg, der irgendwo in mir schlummerte aber tief begraben und gut versteckt lag. Antriebslosigkeit und Depressionen sowie ein tiefer Kummer kamen immer wieder an die Oberfläche.
Dann traten ein paar liebe Menschen in mein Leben. Sie meinten es gut mit mir. Alle hatten die gleiche Botschaft. Sei du selbst. Liebe dich so wie du bist. Du bist liebenswert. Ich hörte diese Worte immer wieder. In unterschiedlichster Form. Aber ich konnte sie nicht verinnerlichen. Ich konnte sie nicht fühlen!

Das innere Kind war verwirrt. Wer war ich früher? Wer bin ich heute? Warum bin ich so wie ich bin? Das einzige, was in mir gespeichert war und sich immer wieder bemerkbar machte war Ablehnung: "So wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung." Wer hatte denn nun recht?

Dann erfuhr ich von John Bradshaw - Das Kind in uns und wie sich ein destruktiver Umgang im Kindesalter auf das spätere Leben auswirkt. Dass im Prinzip alle Familien bis zu einem gewissen Grade problembehaftet oder sogar traumatisiert sind oft über Generationen hinweg und dass es zumeist heruntergespielt, verleugnet oder totgeschwiegen wird.

Alles baut aufeinander auf. Ich habe immer wieder in meinen Posts erwähnt, wie wichtig der liebevolle, hingebungsvolle Kontakt zu Kindern ist. Dies gilt v.a. für die ersten Lebensjahre. Kinder müssen das Gefühl haben, erwünscht zu sein. Sie sind gerade im frühen Kindsalter total abhängig von ihren Bezugspersonen. Bekommen sie nicht die Aufmerksamkeit, die sie brauchen, werden sie auf verschiedene Weise auffällig. Alles ein Ausruf der Verzweiflung aber statt gehört zu werden, werden sie zum schweigen gebracht, wird ihnen eingetrichtert, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, sie nicht normal sind und sie verändert werden müssen. Dies geschieht dann über einen so langen Zeitraum bis das Kind schließlich selbst glaubt, es sei nicht in Ordnung so wie es ist und es den Kontakt zu sich selbst verloren hat.

Warum sind so viele Eltern überfordert? Eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein ist einer der schwierigsten Aufgaben im Leben. Keine Frage. Wahrscheinlich die Schwierigste. Sowie einer der Langwierigsten. Es dauert viele Jahre bis ein Mensch selbständig ist. Manche erreichen dieses Stadium nie. Sie sind erwachsene Kinder. Sie sind abhängig. Finanziell und/oder emotional. Diese Kinder bekommen auch wieder Kinder und so wird die Grundproblematik immer weiter fortgesetzt, es sei denn, jemand durchbricht diesen Kreis und möchte sich weiterentwickeln.

Fast jeder Mensch hat Defizite im Erwachsenenalter, die er mit verschiedensten Lebensstilen oder Suchtmitteln zu kompensieren versucht. Menschen vollziehen Ortswechsel in der Hoffnung es bringt auch innerliche Veränderung. Doch das ist nur eine Ablenkung. Das Problem bleibt bestehen, wenn man sich nicht dem Kern des Unbehagens widmet.

Nun werden einige sagen: "Ach, das ist Schnee von gestern. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern." Nein, das Gehirn hat es vielleicht ausgeblendet, aber die Zellen haben es irgendwo gespeichert und genau die sind es, die alle möglichen Emotionen sowie körperliche Symptome hervorrufen.

Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe eine lange Zeit in meinem Leben total dicht gemacht. Alles spielte sich nur noch im Kopf ab. Ich habe dabei das Muster meiner Eltern übernommen. Automatisch. Natürlich ungewollt. Hier kann ich sagen: Mein Glück ist meine Hochsensibilität! Denn der Teil in meinem Gehirn, der für die Gefühle verantwortlich ist, meldet sich doch immer wieder heftigst zu Wort. Doch meine Reaktion war immer dieselbe. Für dich ist hier kein Platz! So bekam das Gefühl sobald es auch nur einen winzigen Ansatz machte an die Oberfläche zu kommen, gleich wieder einen Dämpfer. Reine Selbstfolter? Stimmt. Aber einen anderen Umgang hatte ich nicht gelernt.

Ich habe schon länger darüber nachgedacht, ob meine Hochsensibilität nicht durch eine schwierige Kindheit entstanden ist. So viel passiert als junger Mensch in der Gehirnentwicklung und diese hängt maßgeblich von den Erfahrungen ab, die wir machen. Siehe hierzu auch Stress in Early Childhood unter Toxic Stress (auf englisch).

Doch die eigentliche Frage ist doch, wie ich das schlechte Gefühl über mich selbst und auch gegenüber anderen Menschen, in ein gutes Gefühl umkehren kann. Wie lerne ich mich selbst zu akzeptieren, damit ich andere Menschen so akzeptieren kann, wie sie sind? Die Veränderung muss immer bei einem selbst passieren. Verändert man etwas an seinem Selbstbild, verändert sich auch etwas am Gesamtbild und an den Beziehungen, die wir im Leben führen.

Eine so simple Frage wie: Wie bin ich gut zu mir? Die erlauben wir uns oft gar nicht, weil wir, als verletzte Kinder, gelernt haben, dass unsere Bedürfnisse nicht wichtig sind bzw. eine untergeordnete Rolle spielen. Wir wissen nur, wie wir gut zu anderen sind, weil wir gelernt haben zu dienen. Unseren Eltern zu dienen, damit sie zufrieden mit uns sind. Damit sie uns endlich akzeptieren oder zumindest wahrnehmen!

Ich erlaube mir Trauer zu empfinden. Schmerz. Wut. Ich erlaube mir ich zu sein. Meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, egal ob sie trauriger, wütender oder fröhlicher Natur sind. Ich erlaube mir, mich selbst zu entdecken. Mich gern zu haben für das, was ich bin. Das Kind zu sein, das ich nie sein durfte. Einfach ich zu sein und die Welt um mich herum neu zu entdecken.

2016-05-04

Liebestank voll oder leer?

In meinem letzten Blogpost ging es um die viele Aufmerksamkeit, die meine Tochter im Moment braucht und dass sie besonders wert auf ungeteilte Aufmerksamkeit legt. Ich sprach bereits an, dass wenn man als Kind nicht genügend Aufmerksamkeit (Liebe) bekommt, das später im Erwachsenenalter zu allen möglichen Beziehungsproblemen führen kann, weil wir immer (unbewusst) erwarten, dass andere unseren Liebestank füllen (sollen). Das funktioniert natürlich nicht, weil kein Mensch später diese Lücke füllen kann. Die Erwartungen an den anderen sind einfach immens hoch, denn schließlich ist die Aufmerksamkeit einer Mutter oder eines Vaters die wichtigste als Baby bzw. Kleinkind. Fehlt diese, entsteht eine Lücke, die im Laufe des Lebens immer größer wird und die wir mit allem möglichen versuchen zu stopfen (Alkohol, Drogen, ungesunde Essgewohnheiten um nur ein paar zu nennen). Doch all diese Ersatzbefriedigungen sind nur von kurzer Dauer. Danach breitet sich wieder Leere aus, die eventuell als noch schlimmer empfunden wird, weil die Erkenntnis kommt, dass der Liebestank immer noch leer ist. So traurig es ist, ich denke, wenn jemand ein gestörtes Verhältnis zu Beziehungen zeigt, dann ist der Grund dafür in erster Linie bei den Eltern oder/und in den frühen Lebensjahren zu suchen. "Aber ich habe meinem Kind doch immer alles recht gemacht!" Stopp! Ist das wirklich so richtig? Oder sollte es richtiger heißen: "...recht machen wollen!" Sätze wie: "Mein Kind ist so undankbar!" sind unfair dem Kind gegenüber, denn es impliziert, dass ich als Mutter bzw. Vater doch alles richtig gemacht habe!? Ich finde keinen Fehler bei mir, also muss der Fehler beim Kind liegen.

Ja, was ist denn da schief gelaufen? Nicht jede Aufmerksamkeit ist gut und jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse. Das was uns wichtig und richtig erscheint, ist vielleicht für unser Kind nicht optimal.

Folgendes Szenario.

Wir sind im Mutterleib. Geborgen. Geschützt. Geliebt. Dann erblicken wir das Licht der Welt. In keinem Moment sind wir so hilflos. Dann kommen wir zur Mama. Saugen das erste Mal an ihrer Brust. Wir schmiegen uns an sie.

Doch was ist, wenn das gar nicht geschieht? Wenn das Baby von der Mutter getrennt wird, weil es zu Komplikationen kommt oder Ärzte es für richtig halten, sie getrennt zu halten. Wenn ich mich in die Lage der Mutter versetze. Ich möchte das Beste für mein Kind. Immer.

Die Mutter vertraut den Ärzten. Doch was ist mit der Beziehung zwischen Kind und Mutter? Bekommt sie jetzt einen Knacks? Wird sich diese Trennung auf das gesamte Leben und die Beziehung der beiden auswirken? Niemand weiß genaues. Doch wenn ich mit meinem gesunden Menschenverstand denke und mit meinem Herzen fühle (!), dann kann so ein Eingriff sich nicht positiv auf die Beziehung der beiden auswirken und es zerreißt mich innerlich.

Wir schreien und schreien. Doch niemand vertrautes kommt. Keine vertraute Stimme, kein vertrauter Geruch, kein vertrautes Gefühl. Wir fühlen uns schrecklich verlassen.

"Schreien kräftigt die Lungen des Kindes!" Bitte was??? Früher sagte man, dass man ein Kind nicht öfter als alle 4 Stunden stillen bzw. füttern sollte und wenn es sich vorher meldete, musste es eben schreien. Wenn ich überlege wie oft ich mein Kind in den ersten Monaten angelegt habe, dann hätte es, hätte ich mich an diese Regel gehalten, ständig geschrien und wer kann sein Kind schon schreien hören. Ich jedenfalls nicht.

Wer bestimmt solche stumpfen Regeln? Wie kommt man auf so etwas? Wenn ich überlege wie viel Leid geschieht durch irgendwelche, irgendwann aufgesetzten Regeln, dann wird mir schlecht. Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Lautes, anhaltendes Schreien ist immer ein Hilferuf. Als Baby machen wir noch lautstark auf uns aufmerksam. Werden wir immer öfter überhört, verstummen wir irgendwann. Dann heißt es: "Das Kind sagt ja nix." So nach dem Motto: wenn es etwas will oder braucht, kann es sich ja mitteilen. Eben nicht! Warum sollte dies nun geschehen? Das Kind hat gelernt: für mich und meine Bedürfnisse ist kein Platz. Ich bin allein mit mir und meiner Welt.

Ich wünschte, mehr Kinderstimmen würden erhört. Ich wünschte, mehr Menschen würden einander zuhören. Ich wünschte, das Leben würde mit Liebe beginnen, in Liebe fließen und in Liebe enden. Amen.

2016-04-28

Ungeteilte Aufmerksamkeit

Wir alle mögen sie. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Wenn uns jemand seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Ohne Ablenkung. Wir nicht mit anderen geteilt werden. Wenn unsere Bedürfnisse erkannt und befriedigt werden. Ich glaube sogar, wenn man dies in frühen Kinderjahren versäumt hat zu erfahren, wurde der Bedarf nie gestillt und führt unwiederbringlich zu verschiedenen Verhaltensmustern bis spät ins Erwachsenenalter. Das kann zu allen möglichen Beziehungsproblemen führen, weil wir immer (unbewusst) erwarten, dass andere unseren Liebestank füllen (sollen). Das funktioniert natürlich nicht, weil kein Mensch später diese Lücke füllen kann.

Ich habe die Beziehung zwischen meiner Tochter und ihrem Papa sowie zwischen ihr und mir in der letzten Woche etwas genauer beobachtet, nachdem ich mich im letzten Blogeintrag fragte, warum sie v.a. ihrem Papa gegenüber manchmal so ablehnend ist. Ich denke, ich habe dies nun ein Stück weit erkannt.

Zum einen ist es natürlich so, dass sie uns testet mit ihrem teilweise aufmüpfigen Verhalten. Wie weit kann ich gehen, bis mir Grenzen gesetzt werden? Wie reagieren Mama oder Papa auf dieses oder jenes Verhalten? Dann spielt sehr stark eine Rolle wie viel Zeit man ihr widmet. Da ich für gewöhnlich mehr Zeit mit ihr verbringe, schließe ich daraus, dass sie deshalb auch mehr an mir hängt. Primär nach mir fragt. Aber es reicht nicht aus nur da zu sein. Wir müssen uns regelmäßig mit ihr beschäftigen, ihr unsere volle Aufmerksamkeit schenken, ohne Ablenkung.

Ich beobachtete, dass sie oft ankam und er -da beschäftigt- nur wenig auf sie einging bzw. sie "ablehnte", indem er ihr sagte, dass er jetzt gerade keine Zeit hätte. Wie war das noch? Das was wir aussenden, kommt zu uns zurück. Also, seine "Ablehnung" resultierte in ihrem ablehnenden Verhalten bzw. bevorzugen einer anderen Person. Klingt logisch oder? Wenn ich die Aufmerksamkeit, die ich gerade haben möchte nicht von der einen Person bekomme, dann hole ich sie mir bei der anderen (wenn eine da ist).
Ich fragte also meinen Mann wie viel ungeteilte Aufmerksamkeit er ihr wirklich schenkte und schlug vor mehr Quality Time mit ihr zu verbringen. Sofort bekam er die Belohnung von ihr. Sie freute sich unglaublich und drehte dann sogar den Spieß um (war aber sehr lieb dabei!;-), indem sie meinte, ich sollte in das andere Zimmer gehen. Vorher allerdings wusch und trocknete sie mir einen Apfel ab und meinte, den sollte ich nun essen. Aber im anderen Zimmer. Ich konnte mein Grinsen nicht verbergen und dann hieß es sofort: "Nicht lachen!" (sie will nicht, dass man über sie lacht. Klar, wer mag das schon?;-)

Jedenfalls zeigt es doch, wie schnell sich ein Verhalten aufklären lässt. Ich finde es ganz spannend, die Entwicklung meiner Tochter zu beobachten und zu sehen, wie sich ständig etwas verändert. Auch bin ich beeindruckt wie schnell sich ein Verhalten umkehren lässt, wenn man dem Kind die Aufmerksamkeit schenkt, die es braucht.

Für uns bedeutet das. Wir müssen sie einfach noch mehr in unseren täglichen Aufgaben mit einbeziehen (was mittlerweile auch schon ganz gut klappt, da sie sehr gerne mithilft) oder mal eine Pause für sie machen, damit sie zufrieden ist. Letztendlich ist damit allen geholfen und das Familienklima wesentlich angenehmer. Natürlich erfordert dies auch ein großes Maß an Geduld.

Nach der Erkenntnis, dass sie ein Kind ist, dem ungeteilte Aufmerksamkeit extrem wichtig ist, habe ich einen sehr interessanten Artikel gefunden, der meinen Ansatz bestätigt: Warum Kinder ständig unsere Aufmerksamkeit verlangen. Dort werden auch die verschiedenen Arten von Aufmerksamkeit erklärt und ob das Kind, die von ihm bevorzugte Art von Aufmerksamkeit bekommt. Bestimmte Arten der Aufmerksamkeit können effektiver sein, als andere. Höchst spannend!

2016-04-18

Kleines Wesen große Wirkung

Ich hoffe, ich habe in meinem letzten Bogartikel nicht den Anschein erweckt, dass ich nicht nicht glücklich über das Dasein meiner Tochter bin. Das bin ich. Ich möchte sie nicht mehr missen. Es ging mir lediglich um mehr Zeit für mich, für meine Bedürfnisse. Natürlich ist meine Tochter auch ein Bedürfnis. Sie tut mir gut, wenn auch zugegeben in Maßen. Ich finde sie ein wunderbares Kind, trotz mancher Anstrengung und gerade neulich wurde mir das wieder klar, wie sehr ich viele ihrer Charaktereigenschaften schätze, als sie mit einem anderen Kind ihres Alters spielte.

Ich denke, meine Hochsensibilität und ihr empathisch autonomes Wesen können gut miteinander harmonieren. Ich hatte ein paar ihrer Eigenschaften schon einmal erwähnt. Manchmal macht sie den Eindruck einer kleinen Erwachsenen. Sie ist sehr willensstark, selbständig und redet altklug. Sie guckt genau zu, was andere machen und kommentiert und analysiert dieses.

Diese Worte stammen aus ihrem Mund:
"Das ist aber nicht schön. Leute ihren Müll in Abfall tun. Die müssen das mal lernen!" (Müll liegt am Straßenrand. Dass das nicht schön ist und man so etwas nicht macht, haben wir ihr anfangs erzählt.)
"Ich kann das schon. Ich bin groß. Soundso kann das noch nicht. Muss das noch lernen." (zeigt stolz, dass sie etwas kann, was andere Kinder noch nicht können)
"Nicht in den Mund nehmen! Schnee ist schmutzig." (zu einem anderen gleichaltrigen Kind)
Ich: "Hey, süße Maus!" Sie: "Nein, F wie Freya" (Name abgeändert)
"Wenn Mama Kind wird, Mama das auch machen kann." (eben das, was nur Kinder machen:-)
"Freya Mama vom Kindergarten abholen." (Sie meint umgekehrt)
"Komm, ich helfe dir. Keine Sorge, Mama, wir finden das schon!" (ich suche was im Laden)

Sie hat ein freundliches, offenes Wesen und ist sehr beliebt bei ihren Mitmenschen. Sie ist sehr selbstbewusst und überzeugt, dass sie etwas gut macht, auch wenn es vielleicht noch nicht so gut klappt. Sie möchte alles selbst machen. Kritik darf nur sparsam angewendet werden, sonst kann sie beleidigt oder energisch reagieren. Sie ist sehr ungeduldig. Läuft etwas nicht so wie sie es will, geht schnell das Temperament mit ihr durch. Sie lässt sich nur etwas sagen, wenn es für sie plausibel und nachvollziehbar ist. Das war lange Zeit ein echtes Problem, als sie vieles noch nicht verstand und auch noch nicht richtig kommunizieren konnte.
Sie hat eine exzellente Auffassungsgabe und ist dadurch sehr vernünftig und einsichtig für ihr Alter. Sie ist eine Beobachterin und sehr zuvorkommend und mitfühlend bei anderen Kindern und Erwachsenen. Sie möchte ständig andere Menschen umsorgen und ist sehr hilfsbereit. Das ist wirklich rührend und habe ich bei keinem Kind ihres Alters bisher so gesehen.

Sie ist mir in gewisser Weise voraus. Während ich sehr auf meine Bedürfnisse fixiert bin (weil ich ständig das Gefühl habe, sie kommen zu kurz), sieht sie die Bedürfnisse anderer und ist trotzdem voll und ganz bei sich.

Wobei ich ihr helfen kann, ist Verständnis für ihr Anderssein zu zeigen. Ich bin ja auch anders. Mich verstehen auch viele Leute nicht. Wenn sie also ein Verhalten zeigt, das andere irritiert oder missfällt, dann kann ich vermitteln. Darüber bin ich sehr froh und sie dankbar. :-) Woran ich das merke? Sie ist ein absolutes Mamakind, obwohl sie auch viel Zeit mit dem Papa verbringt. Das hat sich aber nie geändert.

In der Regel verstehen sich die beiden. Doch manchmal ist sie ziemlich ablehnend dem Papa gegenüber. Dann sagt sie Dinge wie: "Nur Mama lieb hat, nicht Papa." "Papa weg!" Einmal hat sie ihn sogar in ein anderes Zimmer geschickt. Da musste ich einschreiten und fragte sie warum sie das tat. Sie wiederholte nur, dass er weg sollte. Dann sagte ich ihr, dass das nicht nett von ihr war und der Papa sehr wohl mit uns am Tisch essen durfte. Das beeindruckte sie nicht weiter. Die Frage, warum sie das tat, beantwortete sie nicht. Als ich ihr sagte, dass der Papa jetzt bestimmt traurig ist, weil er nicht bei uns sein darf, wurde sie sofort hellhörig und wollte mal nach ihm sehen. Danach war wieder alles gut.

Ob sie uns so testet? Aber warum ist Papa immer der Buhmann?
Es liegt nicht daran, dass er sich nicht liebevoll um sie kümmert, aber ich denke, dass er manchmal ihre Bedürfnisse (sowie meine) nicht zu 100% wahrnimmt und darauf entsprechend eingeht und es dadurch zu Konflikten kommt.

Ob ich sie zu sehr verwöhne und zu viel durchgehen lasse? Bestimmt! Aber ich kann nicht anders. Sie ist mein kleines Mädchen. Ich liebe sie und würde sie gegen nichts in der Welt eintauschen.


Die Antworten auf meine Fragen in diesem Artikel habe ich etwas später im Artikel "Ungeteilte Aufmerksamkeit" aufgeschrieben.

2016-04-14

Sehnsucht nach mehr Zeit für mich

Das Gefühl ausglaugt zu sein. Leer. Gereizt, weil meine Bedürfnisse fast immer zu kurz kommen. Es gibt keine Ich-Zeit (oder zu neudeutsch: Me-Time). Keine Zeit für mich bzw. nur sehr sehr wenig. Zu wenig für mich. Der Alltag als HSP ist so schon oft anstrengend genug, wenn man allen möglichen Reizen ausgesetzt ist, das Denkrad sich ständig dreht und man froh ist, wenn man nicht ständig für jmd anderen da sein muss. Doch mit Kind und Mann, da bleiben die eigenen Bedürfnisse oft auf der Strecke. Man funktioniert nur noch.

Das höre ich auch immer wieder von anderen Mama-Bloggerinnen. Trotzdem entscheiden wir uns, manchmal vielleicht auch ungeplant, für ein Kind oder mehrere. Es ist ja auch toll ein Kind zu haben! Kinder sind so süß, v.a. wenn sie noch so klein sind! Aber...

Ich höre noch die zwei alten Damen sich im Wartezimmer darüber unterhalten, welches Kindesalter am schönsten ist. Meine ist da gerade ein paar Wochen alt und verhält sich absolut ruhig schlafend im Kinderstuhl (kommt mir wie eine Ewigkeit vor) während ich darauf warte, dass die Krankenschwester uns zur Routineuntersuchung in den Empfang nimmt. Irgendwann einigen sie sich auf 3-5 Jahre. Da sind sie einfach total süß! Ok, meine ist jetzt 3 Jahre. Sie ist auch total süß. Das stimmt schon. Aber gleichzeitig so anstrengend!!! Ihr Tagesrythmus bestimmt meinen und das obwohl ich ganz andere Bedürfnisse mit 37 habe, als sie mit 3. Ist doch klar, dass sich das nicht immer toll anfühlt, oder?
Als Oma hat man da leicht reden...
Dabei habe ich mich schon auf die Zeit gefreut damals, da ich das Stillen und die unruhigen Nächte schon als anstrengend empfand. War es ja auch. Aber irgendwie anders.
Vielleicht hatte ich damals auch noch Reserven. Da fing ja erst alles an. Als die Kleine dann zwei war, sah das schon ganz anders aus. Da fühlte ich mich nicht mehr so frisch. Jetzt geht es eigentlich wieder, wenn nicht ständig diese Krankheiten wären, v.a. Erkältungen! Jeden Monat ein neuer Schnupfen oder Husten. Das nervt und geht auf die Substanz. Die Kleine steckt's meist locker weg. Ein-bis zwei Tage ein bisschen Schnupfen. Dabei verhält sie sich normal wie immer. Einmal hatte sie auch einen Tag Fieber, als wir alle die Grippe hatten, aber nach drei Tagen war sie wieder fit. Wir hatten gut zwei Wochen damit zu tun. Auch hier bin ich getäuscht worden. Ich dachte immer die Kleinen sind arm dran, wenn sie alle möglichen Krankheiten bekommen. Ich fühle mich im Moment ärmer dran, da ich viel länger brauche, um mich von den Krankheiten zu erholen. Anderen Erwachsenen geht es wohl auch so. Ich bin also nicht allein damit aber nützen tut mir das auch nichts. Ernüchterung macht sich breit, dass ich wohl noch einige Jahre regelmäßig in der kalten Jahreszeit (und die ist lang in Schweden) krank sein werde und trotzdem alles irgendwie laufen muss und ich keine Zeit habe mich um mich zu kümmern und einfach ein paar Tage im Bett liegen bleiben kann, bis ich mich wieder fit fühle. Ich werde mich mit kurzen Pausen zufrieden geben müssen, jede kleine Lücke nutzen müssen, um wieder auf den Damm zu kommen.

Mein Fazit. Kinder sind nicht nur süß. Sie verlangen einem als Eltern alles ab, wenn man sich liebevoll um sie kümmern möchte. Eigene Bedürfnisse müssen nach hinten gestellt werden, wobei ein gewisser Egoismus als Selbstschutz erhalten bleiben sollte, damit man nicht irgendwann völlig ausgebrannt in der Ecke liegt.

Heute kann ich verstehen, wenn einer Mutter alles zu viel wird (v.a. allein erziehend) und sie ihren mütterlichen Pflichten, wie es immer so förmlich heißt, aus den unterschiedlichsten Gründen, nicht nachkommen kann.
Ich kann auch verstehen, wenn sich manche Frau bewusst gegen ein Kind entscheidet. Man muss bereit dafür sein und man sollte nur ein Kind bekommen, wenn man sich zumindest bereit dafür fühlt. Dann wird es immer noch anstrengend genug. Fühlt man sich nicht bereit, ist es manchmal besser sich dagegen zu entscheiden, denn ein Kind verändert wirklich alles.
Eltern, die Verwandtschaft haben, die ihnen unter die Arme greifen können, sind klar im Vorteil. Es macht einen ungeheuren Unterschied, ob man jemanden hat, bei dem man das Kind immer mal ein paar Stunden lassen kann. Ist man komplett auf sich alleine gestellt oder müssen sich Elternteile abwechseln, um eine Pause zu haben oder etwas bestimmtes unternehmen zu können, ist das viel schwieriger bzw. oft nicht umsetzbar.

Was???! Die hat doch nur ein Kind! Ich habe drei groß gezogen. Da hatte ich wirklich zu tun!

Woran liegt es, dass ich mich mit einem Kind schon so ausgepumpt fühle?
Ich habe mehrere Vermutungen.

1. Ich bin hochsensibel
2. Ich bin keine 20 mehr, sondern Ende 30
3. Ich habe keine Unterstützung in Form von Großeltern oder anderen Verwandten

Ich glaube, diese Faktoren reichen schon. Später ein Kind zu bekommen, so sehe ich das heute, hat nicht nur Vorteile. Man ist vielleicht mental reifer (obwohl das bei jedem auch sehr unterschiedlich ist, manche fühlen sich mit Anfang 20 schon bereit) aber ich glaube, körperlich steckt man viele Dinge nicht mehr so leicht weg, wie in jüngeren Jahren.

Meine Hochsensibilität hält mich immer in Alarmbereitschaft. Abschalten ist nur schwer möglich. Meine Auszeiten sind extrem wichtig, um ausgeglichen zu sein. Im Moment gibt es davon viel zu wenige. Etwas ändern kann ich daran leider auch nicht. Das bedrückt mich, weil ich keinen Ausweg aus der Situation sehe. Das Einzige, was mich stützt, ist der Gedanke, dass es nicht für immer ist, sie älter wird und irgendwann erwachsen. Doch das liegt im Moment noch in so weiter Ferne für mich, dass mir das nicht wirklich Auftrieb gibt. Der einzige Ausweg, den ich sehe, ist noch mehr Ich-Zeit einzufordern und immer wieder auch etwas für mich zu machen, damit ich auftanken kann und wieder neuen Antrieb bekomme. Damit ich eine gute Mutter sein kann. Damit ich Spaß an der Mutterrolle habe und sie nicht zunehmend als Belastung empfinde.

Ich lese noch einmal meine Artikel "Zeit für mich - als Mutter und HSP" und "Auftanken".


2016-04-04

Entscheidungen treffen

Ich neige dazu mir zu viele Gedanken zu machen. Nicht so ungewöhnlich als HSP. Die Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen ist bekannt. Es ist nicht immer so. Oft bin ich ganz klar. Weiß genau, was mich anzieht und was nicht. Diese Entscheidungen sind die besten. Wenn das Gehirn gar nicht erst anfängt zu rattern. Wenn ich erst einmal in der Denkspirale gelandet bin, ist es nicht mehr möglich eine Gefühlsentscheidung zu treffen. Oder doch? Ich wäge das Für und Wider ab. Doch das bringt meist wenig. Hinterher bin ich genauso schlau wie vorher. Ich finde immer Positives und Negatives an einer Entscheidung bzw. an einem Ereignis an dem ich mir nicht sicher bin, ob ich teilnehmen möchte oder nicht. Aber wie kommt es dazu? Ich versuche mich zu erinnern, wie alles anfing.
Zuerst war da das Interesse. Zum Beispiel an einem Kurs oder Workshop. Dann fange ich an zu überlegen, wie ich das ganze organisiere und ich glaub genau da fängt es an ins Wanken zu geraten, weil ich dann darüber nachdenke, was alles beachtet werden muss und irgendwann wird es so viel, dass es mir zu kompliziert wird, ich mich überfordert fühle und ich verunsichert bin, ob das alles überhaupt machbar sein wird und ich mich nicht total überfordert fühlen werde. Uff!
Ich kreiere also das Problem selbst? Gibt es überhaupt ein Problem oder mache ich es nur zu einem? Natürlich kann viel passieren, immer. Natürlich ist es sinnvoll, dass ich als HSP gewisse Dinge beachte, damit es für mich zu einem schönen Erlebnis wird und ich nicht total überreizt da stehe. Ich erinnere mich an meine Kindheit. An die Jugendfahrten. Das war immer sehr unangenehm für mich, obgleich ich ja eigentlich gerne Abwechslung habe, unterwegs bin und Menschen um mich herum habe. Trotzdem wird mir dann manchmal einfach alles zu viel, weil ich zu wenig Auszeiten habe. Heute weiß ich, warum dies so ist. Ich bin hochsensibel und als HSP brauche ich mehr Ruhephasen, Rückzugsmöglichkeiten. Ich muss nicht mehr daran verzweifeln, weil ich nicht begreife, was mit mir los ist und warum es mir nicht möglich ist wie andere eine schöne Zeit zu haben.
Nun sitze ich also in der Zwickmühle. Einerseits möchte ich an bestimmten Aktivitäten teilnehmen, die nur in einer Gruppe stattfinden können und andererseits mein starkes Bedürfnis nach Ruhephasen - Selbstbestimmung. Wie lässt sich das vereinbaren? Ich weiß, wenn ich nicht auf meine Bedürfnisse acht gebe, kann ich den Ausflug gleich vergessen. Dann brauche ich mich gar nicht erst auf dem Weg zu machen, weil es für mich primär ein stressiges Unterfangen wäre. Können meine Voraussetzungen für einen gelungenen Ausflug erfüllt werden? Ich rede nicht von ein paar Stunden in einer gewohnten Umgebung. Damit kann ich mich mittlerweile arrangieren. Genauer, es geht um einen Workshop über mehrere Tage in einer weit entfernten Stadt. Unbekannter Ort, unbekannte Gesichter. Ich weiß nicht, was mich erwartet oder zumindest nur wage anhand von Beschreibungen. Ich weiß aber nicht wer mir dort begegnet als Teilnehmer und wie die Gruppe harmoniert.
Natürlich muss nichts. Ich kann auch zu Hause bleiben. Problem verschwunden. Aber vielleicht kann ich es doch irgendwie vereinbaren? Wie gehe ich vor, dass mein Vorhaben nicht zum scheitern verurteilt ist? Ich informiere mich. Ja, das tue ich. Trotz guter Überlegung kann ich nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Aber, was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Dass ich abbrechen müsste. Und dann? Dann fahre ich enttäuscht zurück? Nein danke. Also lasse ich es lieber gleich? Hmm. Wie ich es drehe und wende, ich komme zu keinem befriedigenden Ergebnis.
Wieder suche ich Hilfe von innen. Was sagt meine innere Stimme? Meine Intuition? Ich kann sie nicht mehr hören, weil die ständigen Gedanken alles übertönen. Also nochmal anders. Ok, irgend etwas bewegte mich dazu Interesse für etwas zu entwickeln. Alles war gut, bis negative Gedanken aufkamen. Was, wenn ich diese negativen, mit Bedenken getränkte Gedanken weg schiebe und an ihrer Stelle Platz für positive Gedanken schaffe? Ein guter Ansatz? Betrüge ich mich damit nicht selbst? Ey, wer's glaubt! Doch, mach das mal. Ok, einen Versuch ist es wert. Schließlich kann man in allem etwas Positives oder Negatives sehen. Auf die Betrachtungsweise kommt es an. Solange ich bei mir bleibe, meinen Bedürfnissen treu bleibe, kann mir eigentlich nix passieren, oder?

Wie macht ihr das, wenn ihr etwas unternehmen wollt aber unsicher seid wie euch das am besten gelingt? Habt ihr Tipps, wie ich leichter zu einer Entscheidung komme?