2015-02-10

Wie finde ich meine Berufung?

Ich gehe in mich. Was möchte ich? Was kann ich gut? Was interessiert mich? Wo kann ich der sein, der ich gerade bin?

Finde deine Berufung. Auch bei mir ein Thema. Schon immer gewesen. Zwar entdeckte ich früh meine Vorliebe für Sprachen und andere Länder aber einen Beruf zu finden, der mich wirklich glücklich machte, war schwer zu finden. Heute denke ich, dass es weniger wichtig ist, welchen Beruf ich ausübe, sondern vielmehr eine Rolle spielt, von welchen Menschen ich umgeben bin. Die Bedürfnisse und Interessen verändern sich ja auch im Laufe des Lebens, einige verblassen, neue kommen hinzu. Ich weiß heute aber auch viel mehr über mich selbst, als früher. Wichtig für mich ist, dass ich etwas mache, das mir Spaß macht und zu mir passt. Wenn ich nicht mit Herzblut dabei bin, kann es nicht gut werden. Trotzdem ist das nicht so einfach. Da ich aufpassen muss, dass ich mir nicht zu viel zumute. Ansonsten Burnoutgefahr. Arbeiten ist kein Thema. Ich bin ein sehr zielorientierter und fleißiger Mensch. Es ist vielmehr das Umfeld, in dem ich mich bewege, das den Ausschlag gibt, ob ich mich wohl fühle oder nicht. Die Menschen. Wenn das nicht stimmt, kann mir die Arbeit noch so viel Spaß machen aber ich komme auf keinen grünen Zweig. Aber gleichzeitig bin ich auch gerne unter Menschen. Mein Fazit. Da meine Akkus als HSP schneller leer sind, ist für mich Teilzeitarbeit genau richtig. Dann kann ich effektiv sein, ohne auszubrennen. Ich glaube sogar, dass vielen Menschen eine Teilzeitstelle gut täte, nicht nur Hochsensiblen, v.a. wenn man noch Familie hat. Das Wort Burnout kommt sicher nicht von ungefähr. Aber einschränken wollen sich heute die wenigsten. Wie Teilzeitstelle? Geht nicht! Ihre Entscheidung. Meine Gesundheit geht vor.
Ich bin froh, dass ich mittlerweile soweit bin, denn viele Jahre bin ich permanent über mein Limit gegangen und wie es mir dabei ging, muss ich wohl nicht weiter ausführen.
Fakt ist jedenfalls, dass es uns nur gut gehen kann, wenn wir das machen, was uns (mindestens) gefällt, bestenfalls erfüllt. Und wenn es nur ein Hilfsjob ist. Ist doch egal. Wen kümmern Statussymbole, wenn sie krank machen? Ausbrechen aus dem gewohnten Umfeld kann so befreiend sein, wenn es sich endlich richtig anfühlt. Ich arbeite um zu leben.

Der Artikel How fo Find Your Calling auf Sensitive New World hat mich wieder auf das Thema gebracht und mich dazu veranlasst auch einen Artikel dazu zu schreiben.

Kommentare:

  1. Das kann ich alles aus meiner Erfahrung bestätigen bzw. Dich darin nur unterstützen. Ich habe in meinem Leben bisher immer bewusst Teilzeit gearbeitet, auch als noch nichts über Hochsensibilität wusste (erst seit 2 Jahren). Weil ich mich genau kenne und weiß, dass ich nach kurzer Zeit ausbrenne, wenn ich zuviel arbeite. Zu wenig soll es aber auch nicht sein, dann bin ich sehr unzufrieden. Auch hier also eine schmale Komfortzone zwischen zuviel und zuwenig. Mit Kindern ist das noch wichtiger als ohnehin schon.
    Für eine Teilzeitarbeit als Kinderlose musste ich mich oft rechtfertigen, aber das war mir egal. Da ich theoretisch genauso viel Zeit zum Regenerieren brauche, wie ich arbeite (was jetzt mit den Kindern natürlich nicht mehr möglich ist), muss ich ganz genau auf meine Ressourcen achten. Ich habe sogar mal eine kleinere Leitungsposition abgelehnt, weil ich da hätte Vollzeit arbeiten müssen. Alles, bevor ich von meiner Hochsensibilität wusste.
    Im Moment habe ich eine Stelle, die genau richtig für mein derzeitiges Leben mit kleinen Kindern ist: 20 Std., einen Tag frei, Bürojob, also nicht körperlich anstrengend, anspruchsvoll, aber nicht zu kompliziert, keine Leitungsposition, nichts, was ich mit nach Hause nehmen müsste, kurzer Anfahrtsweg (sehr wichtig mit Kindern), nette Kollegen etc.

    Mein Mann arbeitet übrigens auch Teilzeit. Ich kann immer nicht verstehen, wenn das für andere nicht machbar ist. Man muss halt wissen, was einem wichtiger ist: seelische und körperliche Gesundheit oder Geld. Besonders in Hinblick auf unsere kleinen Kinder liegt die Priorität eindeutig bei der Gesundheit.
    Also, ich kann Dich nur darin unterstützen, Deinen individuell richtigen Weg in der Arbeitswelt zu finden.
    Liebe Grüße!

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    1. Es ist gut, dass du auf dich Acht gibst. Dann hast du es instinktiv richtig gemacht. Weniger ist eben doch mehr. Wir können wesentlich produktiver sein, auch wenn wir weniger Arbeitsstunden investieren, als wenn wir uns permanent Überladen. Ist übrigens auch total unnatürlich. Wir sind gar nicht dafür gemacht (deshalb gibt es auch die vielen Volkskrankheiten, die meiner Meinung nach zu 99% vermeidbar wären, wenn wir mehr auf uns achteten). Wenn man sich das mal bei den wenigen Urvölkern anguckt, die es noch auf unserer Erde gibt, macht sich keiner von denen kaputt. Man sollte meinen, da sie ein einfaches Leben führen und alles selbst machen, sich um ihren Lebensunterhalt unmittelbar kümmern, total überlastet sein müssten. Sind sie aber nicht, wenn sie in einer sozialen Gemeinschaft leben, in denen jeder einen Beitrag für die Gemeinschaft leistet. In unserem Bestreben nach totaler Unabhängigkeit haben wir das leider verlernt.

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