2015-02-24

Selbstliebe

Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner

Es gibt ein Buch mit dem Titel. Früher dachte ich. Das ist doch Blödsinn! Das ganze Gerede um Selbstliebe. Natürlich konnte ich andere mehr lieben als mich! Wieso sollte ich mich denn zuerst lieben, damit andere mich lieben (können)?

Heute sehe ich die Botschaft dahinter. Natürlich liebt man andere Menschen anders, als sich selbst. Aber ich habe verstanden, dass man auch sich selbst wertschätzen muss. Man muss mit sich zufrieden sein, damit man auch mit seinem Leben und mit anderen Menschen zufrieden sein kann. Denn das was du ausstrahlst, bist du. Strahlst du Freude aus, bist du glücklich. Fährst du jemanden an, bist du unzufrieden. Die Unzufriedenheit, die du ausstrahlst, wirkt zumindest irritierend (wenn nicht sogar abstoßend) auf andere und somit schaffst du nur eine Verbindung zu jemanden, der diese Eigenschaft mit dir teilt. Vielleicht denkt ihr, ihr liebt euch, weil ihr die Gemeinsamkeit habt unzufrieden zu sein aber das täuscht, denn ihr bestärkt euch zwar gegenseitig in dem, was ihr ausstrahlt, aber glücklich seid ihr damit nicht. Liebe macht aber glücklich oder? Nicht immer? Es gibt unglückliche Liebe? Das ist dann doch eher Sehnsucht, oder?

Selbstwertgefühl.

Oft im Keller. Als HSP wurde meine Eigenschaft empfindsamer auf Situationen zu reagieren meist negativ bewertet. Wie soll man sich selbst wertschätzen, wenn man es von seinen nächsten Lieben (den Eltern) nicht vorgelebt und vermittelt bekommt? Automatisch spielt sich der Film ab. Mit mir stimmt etwas nicht. Wieso werde ich nicht so geliebt, wie ich bin? Ich liebe sie doch auch?
Ich habe für mich festgestellt. Es braucht schon, bevor die Selbstliebe einsetzen kann, Menschen von Außen. Positive Erfahrungen sind unabdingbar. Man muss ja zunächst wissen, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich so wertgeschätzt wird, wie man ist.
Wenn ich mich jetzt so liebe, wie ich bin (das Aufzählen von positiven Eigenschaften hilft), mich mit Menschen umgebe, die mich so wertschätzen wie ich bin (finde ich persönlich unverzichtbar), dann interessiert mich die Vergangenheit nicht mehr und mich durchströmt eine wohlige Wärme. Natürlich braucht dieses Umdenken und Umfühlen Zeit. Das passiert nicht von heute auf morgen. Aber Ziel ist es, das Bild des Selbstwerts zu verändern und in positive Energie umzuwandeln. Das Selbstbewusstsein stärken. Dann bin ich auch wieder viel belastbarer und mich wirft nicht gleich eine kleine Unebenheit aus der Bahn.

Ich muss kein Opfer sein. Ich habe den freien Willen und kann selbst entscheiden wie ich leben möchte (zumindest ab einem gewissen Alter). Gefalle ich mir in der Opferrolle? Es ist immer leichter in der Macht der Gewohnheit zu leben, als etwas zu verändern. Veränderung erfordert Mut. Durchsetzungsvermögen.

Welchen Weg möchte ich gehen? Den Weg der Liebe durch Achtsamkeit im Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen oder den Weg des selbstzerstörerischen Ichs? Die Antwort ist eigentlich klar. Wer jetzt sagt: "Mich mag eh keiner!" der hat Unrecht. Geh mal mit einer positiven Haltung (Stichwort Ausstrahlung) unter Menschen, die dich nicht kennen. Warum sollten sie dir negativ gesonnen sein? Und wenn mich jemand blöd anmacht? Dann kennst du seine Haltung. Begegne ihm weiterhin mit einer freundlichen Haltung. Beobachte, was passiert. Nicht leicht, aber spannend.


Dieser Text ist auch als Gastartikel bei InspirationsPrinzip erschienen.

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