2015-01-28

Hungergefühl

Kennt ihr das auch? Dieses plötzliche sehr starke Hungergefühl, sodass einem flau im Magen wird? Es ist so dominierend, dass es jetzt -sofort- gestillt werden muss. Passiert das nicht, geht es mir schlecht, ich kann mich nicht konzentrieren und bin schwach. Dieses akute Hungergefühl ist bei Hochsensiblen nicht ungewöhnlich.

Ich hatte aber auch schon das umgekehrte Phänomen. Also, dass ich über viele Stunden keinen Hunger verspürte und ich mich wunderte, dass ich gar nichts essen wollte.
Ich habe eine Parallele zu emotional und körperlich empfundenen Hunger gefunden. Bin ich emotional ausgeglichen, verspüre ich auch nicht so schnell körperlichen Hunger. Klingt vielleicht etwas merkwürdig aber für mich trifft das zu. Für mich macht das auch Sinn, denn fühle ich mich emotional ausgehungert, muss ich diese Lücke anderweitig "stopfen". Heißt das nun, dass dünne Menschen emotional ausgeglichene Menschen sind? So weit würde ich nicht gehen, aber ich glaube schon, dass der körperliche Ausdruck etwas über den seelischen Zustand des Menschen verrät.

Nun spinne ich das ganze einmal weiter. Ist es, nach dem oben gesagten möglich, das akute Hungergefühl durch emotionales Input zu stoppen?

2015-01-21

Wie erkläre ich Hochsensibilität?

Ich laufe mit meinem Hund durch die Natur, genieße den Freilauf meiner Gedanken und auf einmal weiß ich es. Meine Hochsensibilität ist ganz einfach zu erklären! Meine Hochsensibilität ist wie die Nase meines Hundes.
Die Hundenase, reagiert viel empfindsamer auf Gerüche. Mein Hund riecht Dinge, von denen ich nicht einmal ansatzweise etwas verstehe. Für mich wirkt sein Riechverhalten manchmal übertrieben. Er liest in den Spuren. Wie in einer Zeitung. Wissen wir, wie wir uns verhalten würden, wenn wir das riechen, was der Hund riecht? Könnte witzig aussehen! Aber nicht nur das. Es verschafft einem auch eine ganz andere Perspektive der Dinge. So etwa ist es auch mit meiner Hochsensibilität. Ich nehme mehr wahr ohne es zu wollen. Es ist einfach da. Die Stimmung eines Menschen oder das unangenehme Geräusch im Straßenverkehr, das andere gar nicht wahrnehmen. Das dringende Bedürfnis für mich sein zu wollen, wenn mein Limit erreicht ist, während andere noch in lustiger Runde zusammensitzen. Verständnislose Blicke anderer, die mich verletzen. Da muss ich dann eben durch, wenn ich auf mich acht geben will. Ich klinke mich einfach aus. Denn, ich kann nur gut zu anderen sein, wenn ich gut zu mir selbst bin! Danach versuche ich täglich zu leben.

2015-01-14

Seelenfreund

Neulich las ich The Importance of Kindred Spirits im Blog A Highly Sensitive Person's Life. Dieser Artikel machte mich ein wenig traurig, weil es mich darauf aufmerksam machte, dass mir ein Seelenverwandter im Leben fehlt. Es ist schon schwierig als introvertierter HSP Freundschaften zu schließen, aber jemanden an seiner Seite zu haben, der immer für einen da ist, der einen so nimmt wie man ist, mit allen positiven und negativen Eigenschaften, der einem zuhört, mit dem man über alles reden kann, zu dem man absolutes Vertrauen hat, bei dem man sich so wohl fühlt, dass es einem nie zu viel wird... nein, so jemanden kenne ich nicht. Ich habe mich nie mit vielen Menschen umgeben und ich bevorzuge 1-2 gute Freunde, als einen Haufen Bekanntschaften, aber selbst Freundschaften zu knüpfen ist im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden. Vielleicht liegt es auch an mir? Bin ich ablehnender Menschen gegenüber geworden?

Je mehr negative Erfahrungen ich mit Menschen machte, desto mehr schottete ich mich ab, bis ich schließlich kaum noch jemanden an mich heran ließ. Meist lag es daran, dass mir die Menschen zu oberflächig waren. Für sie waren andere Sachen wichtig, die für mich nur eine untergeordnete Rolle spielten. Deshalb lehnte ich sie ab. Ich war ihnen bestimmt manchmal unsympathisch. Kam überheblich, unnahbar rüber. Sie waren nicht perfekt genug für mich!

Dann wiederum gab es Situationen, da sprang der Funken einfach nicht über. Wenn mich jemand interessierte, hatte ich oft das Gefühl, dass ich mich mehr um eine Freundschaft bemühte, als der andere. Vielleicht war ich ihnen zu kompliziert? Zu anspruchsvoll? Vielleicht. Erwarte ich gleich zu viel von meinem Gegenüber?

Ich habe in den letzten Monaten geübt. Mich mit SmallTalk anzufreunden und das hat oft auch gut geklappt ohne mich groß verstellen zu müssen. Vielleicht weil ich offen dafür war, es einfach mal auszuprobieren? Und trotzdem bleibt eine tiefe innere Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann. Die Sehnsucht nach mehr. Nach einem Menschen zum anlehnen und wohlfühlen. Da fällt mir das Wort bedingungslose Liebe ein. So wie zwischen Mutter und Kind. Man liebt sich so wie man ist. Mehr braucht es nicht. Aber diese Mutter-Kind-Liebe auch wenn sie wunderschön ist, kann die Beziehung auch sehr anstrengend sein und ist nicht zu vergleichen mit Seelenverwandtschaft. Ich habe solch tiefe Verbundenheit schon erfahren, manchmal war es jedoch eher einseitig und dann verändert sich der Mensch auch über die Jahre und irgendwann stimmt es einfach nicht mehr.

Als Erwachsener tue ich mich jedenfalls sehr schwer eine verwandte Seele zu finden. Aber ich gebe nicht auf und ich suche weiter und wenn ich auch wieder mehr Menschen an mich heranlasse, sie so sein lasse, wie sie sind, ohne sie verändern zu wollen, dann passt es vielleicht auch irgendwann und ich finde meinen Seelenfreund. Dafür muss ich aber auch Vorarbeit leisten, d.h. mich in SmallTalk üben, Bekanntschaften zulassen, die sich auch zu mehr entwickeln können und wenn nicht, dann ist es auch gut. Man kann nichts erzwingen und vielleicht sind auch verschiedene Freundschaften gut, weil es Abwechslung bedeutet und man so auch einen Einblick in ein Leben mit Menschen bekommt, die nicht so sind, wie man selbst.

2015-01-05

INFJ und Persönlichkeitstest

Gestern stieß ich auf die Abkürzung INFJ bei Twitter im Zusammenhang mit HSP und ich fragte mich: Was ist das denn? Kurz Mr Google gefragt und dann wusste ich, dass INFJ für Introverted - iNtution - Feeling - Judging steht (auf deutsch: Agiert Introvertiert, Denkt Theoretisch, Interagiert Kooperativ, Lebt Geplant). Ok, aber was genau bedeutet das? Zuerst fand ich jede Menge Seiten auf englisch bis ich dann die Seite Charaktertest.net fand. Ich belas mich und fand kurze Zeit später zu der Abkürzung noch eine weitere Seite namens Typentest Persönlichkeitstest. Interessant ist, dass ich diesen Begriff oft im Zusammenhang mit HSPs lese. Sind INFJs auch immer HSPs? Ich glaube ja. Wenn jemand mehr weiß, wäre ich sehr dankbar, wenn er diese Information mit mir teilt! Da INFJs mit ca. 1,5 % der Bevölkerung wesentlich seltener vorkommen, als HSPs, sind bei weitem nicht alle HSPs auch INFJs. Ich zähle mich nicht dazu, aber ich vermute, dass meine Tochter diese Charaktereigenschaft hat. Sicherheit werde ich diesbezüglich vermutlich erst bekommen, wenn sie noch ein wenig älter ist.
Ich denke aber auch, dass man sich nicht zu sehr auf solche Tests versteifen sollte. Es ist halt interessant und unterhaltsam und man lernt ständig etwas dazu. Ich denke, es ist ähnlich wie beim HSP-Test. Man muss sich über das Thema informieren und dann sehen, ob man sich damit identifizieren kann.

2015-01-03

Wer sind wir?

Heute morgen kam mir wieder so ein Gedanke. Ein Gedanke, der sich einfach verselbständigte, weiter sponn und immer mehr Verknüpfungen bildete. Zuerst dachte ich darüber nach, welch liebes Wesen meine Tochter hat. Welches Glück sie uns beschert trotz mancher Anstrengung und Entbehrung. Dass wir als Eltern von ihr lernen können. Ich habe das Gefühl sie ist uns in vielem voraus, v.a. in Bezug auf Empathie. Ist sie zu gut für diese Welt? Vielleicht. Aber warum sind die Menschen wie sie sind? Sind wir wirklich nur ein Produkt des genetischen Glücksspiels? Oder sind wir alle Seelen, die nur kurz als Mensch existieren und wenn ja, befinden wir uns in unterschiedlichen Entwicklungsstufen (alte Seelen/neue Seelen), was unser unterschiedliches Sein erklären würde? Oder müssen wir uns als ein Zusammenspiel aus Körper und Seele betrachten? Quasi eine Seele mit Hülle. Diese Hülle lenkt uns ab vom überirdischen Dasein. Das muss so sein, weil wir uns ja sonst nicht auf unser Leben hier konzentrieren könnten. Wir sollen hier ja einen Zweck erfüllen. Zumindest, wenn man sich schon einmal mit der Sinnfrage beschäftigt hat.
Werden wir von Natur aus lieb oder böse geboren? Zum Beispiel der Mörder, egal welchen Alters, wie war er als Baby? Was hatte er für Startvoraussetzungen. Aber nicht nur das. Wenn es stimmt, dass unsere Gene sich im Laufe des Lebens, abhängig von den Erfahrungen, die wir machen, verändern können, dann würde das einiges erklären oder? Zum Beispiel, dass ein Mörder nicht als Mörder geboren wird. Das Leben macht ihn dazu. Ist er deshalb weniger daran Schuld? Wenn sich Gene, abhängig von unseren Erfahrungen, verändern können, erklärt das, warum wir uns im Laufe des Lebens verändern, warum wir manche Menschen nach vielen Jahren gar nicht wiedererkennen? Es sind Erfahrungen, die wir machen. Die uns zu dem machen, der wir heute sind. Wenn ich als junger Mensch und als Kind ein glückliches Leben hatte und dann ein Kind bekomme, müsste es glücklich sein oder? Ist es wirklich so einfach? Das würde bedeuten, je nachdem wie glücklich wir sind im Leben, wird dieses Glück auch an unsere Kinder weitergegeben. Stimmt das? Aber es sind ja nicht nur unsere Gene (als Mutter), es sind ja auch die Gene unseres Partners, unserer Eltern und Großeltern und Urgroßeltern usw., die mitwirken, wenn ein neues Leben entsteht. Wie ein gigantisches Würfelspiel. Wer weiß schon so genau, welche Faktoren da mitspielen, warum ein Mensch so wird, wie er wird. Da ist einmal der genetische Aspekt aber dann sind da natürlich noch die Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens machen, wie wir leben und dann ja dann ist da noch das höhere Etwas, das wir Gott nennen, Energien, der Kosmos ja und dann ist da noch die liebe Seele. Wer kann das schon alles verstehen und wer weiß das schon so genau?

Und da wären wir wieder bei meiner Sinnfrage, die sich wohl, egal wie viel wir über das Leben nachdenken, nicht mit Sicherheit beantworten lässt und die sich für jeden auch anders beantworten lässt.