2015-12-30

Lass' die Sonne in dein Herz

Ich habe in den letzten Tagen viele Informationen in mich aufgesaugt, die mich geradezu beglückt haben, weil sie mir aus der Seele sprechen. Irgendwie wurden so viele meiner Fragen beantwortet und die treffenden Worte gefunden, dass es auf einmal ganz ruhig in mir wurde.

Das Leben ist Veränderung. Stillstand bringt uns nicht weiter. Das gilt nicht nur für unsere materielle Welt, sondern auch für unsere persönliche Entwicklung. Ich möchte nach vorne blicken. Alte, mich belastende Gewohnheiten hinter mir lassen. Erfahrung Erfahrung sein lassen ohne Wertung. Einsicht. Das war mein Leben. Das ist jetzt. Ich kann meinen Werdegang (positiv) beeinflussen. Ich bin nicht machtlos der Gesellschaft ausgeliefert. Es liegt bei mir, die Abwehrhaltung und Angst abzulegen. Den Strudel der Selbstzerstörung zu verlassen. Gewohnte Verhaltensmuster zu begraben. Eine neue Haltung zum Leben und Denkweise zuzulassen. Neu zu fokussieren. Das Gute in mir und in anderen Menschen zu sehen.

In der Theorie wesentlich einfacher als in die Praxis umzusetzen. Wie immer. Die Einsicht ist der erste Schritt. Der weitaus schwierigere Schritt danach aber das konsequente Arbeiten daran die Veränderung zuzulassen und auch zu initiieren.

Das tut sich nicht von heut auf morgen. Das braucht Zeit. Wie sagt man so schön? Macht der Gewohnheit. Eigentlich nur ein Ausdruck des Stillstands. Eine Entschuldigung dafür, dass ich keine Veränderung meiner Gewohnheiten wünsche.

Meine Hochsensibilität nicht mehr als Überempfindlichkeit zu empfinden, sondern als hohe Sensibilität, die richtig eingesetzt viel Positives in mir und um mich herum bewirken kann. Dazu muss ich einen anderen Umgang lernen. Einen liebevollen Umgang mit mir und meinen Mitmenschen. Die Ablehnung ablegen. Mich schützen, wenn nötig und nicht mit offenen Kanälen herumlaufen aber auch nicht grundsätzlich dicht machen. Abwägen. Wen lasse ich wie nah an mich heran. Was tut mir gut? Wie viel ist richtig für mich? Akzeptieren wer ich bin und wie andere sind. Frieden finden. Dankbarkeit empfinden und eine tiefe Ruhe, die mir signalisiert: so bist du genau richtig.

Mich der Welt so zeigen.

2015-11-20

Sind HSPs Heulsusen?

Ich habe vor ein paar Tagen einen Podcast bei A Highly Sensitive Person's Life gehört, in dem es darum ging, ob HSPs schnell und viel weinen und möchte dazu ein paar Gedanken aufschreiben.

Vorweg möchte ich sagen, dass ich mich über die Aussage, dass Hochsensible nah am Wasser gebaut sind, gewundert habe. Dr. Elaine Aron hat es auch als Eigenschaft aufgezählt und ich kann das so nicht bestätigen, weil es für mich impliziert, dass wir schnell, oft und viel weinen. Anders ausgedrückt: Heulsusen sind.
So geht es auch Kelly in ihrem Blog. Sie spricht davon, dass sie es eher so ausdrücken würde, dass ihr schnell Tränen in die Augen steigen, wenn sie von etwas stark berührt ist.

Natürlich ist es immer so, dass wir, ob hochsensibel oder nicht, in unterschiedlichen Situationen stärker berührt sind. Den einen berührt ein Sonnenaufgang besonders, den anderen eine Filmszene und den nächsten ein Song.

Ich kann mich Kelly nur anschließen, dass ich nicht mehr oder öfter weine, als andere Menschen. Im Gegenteil, ich finde sogar, dass ich weniger häufig weine, als andere Menschen in meinem Umfeld, die nicht hochsensibel sind. Es ist aber häufig so, dass ich innerlich stark berührt bin, wovon andere aber nicht unbedingt etwas mitbekommen müssen. Manchmal steigen mir dann die Tränen in die Augen, ohne, dass ich anfange zu weinen oder ich bekomme eine Gänsehaut oder ich werde auf andere Weise emotional (auffällig).

Wenn also gesagt wird, dass Hochsensible schnell und viel weinen, dann kann zumindest ich mich, wie Kelly auch, nicht damit identifizieren aber vielleicht sind wir auch die Ausnahmen. So viele HSPs kenne ich nun auch nicht.

Wie steht ihr zu dem Thema? Würdet ihr sagen, dass ihr nah am Wasser gebaut seid oder einfach öfter emotional berührt als andere?

2015-11-09

Mein Tempo

Schnell überreizt im normalen Alltag. Das kennt jede HSP. Früher hatte ich oft das Gefühl im normalen Alltag nicht mithalten zu können. Immer Vollgas auf der Autobahn. Heute bestimme ich zunehmend selbst mein Tempo und drücke auch schon mal auf die Bremse, wenn es zu viel wird.

Früher hab ich mich permanent übernommen, weil ich meine Grenzen nicht wahrnahm bzw. einfach immer wieder überschritt. Ich wusste nicht, wie ich achtsam mit mir sein konnte, denn ich verglich mich ständig mit anderen, sah, was sie leisteten und wurde auch permanent von meinem familiären Umfeld gefordert. Wenn ich das tat, was von mir erwartet wurde, war ich fleißig, wenn nicht, faul. So einfach war das. Natürlich möchte man nicht als faul abgestempelt werden und deshalb gab ich immer Vollgas auch wenn mir schon längst der Kraftstoff ausgegangen war. Irgendwann waren dann auch die Reserven aufgebraucht und dann wurde ich krank.
Mittlerweile fällt es mir leichter entspannter zu leben, denn ich habe es nun auch einige Jahre in einem anderen Land vorgelebt bekommen und -noch wichtiger- ich habe mich von alten Mustern gelöst. Hier bin ich gut so wie ich bin. Andere Länder, andere Menschen, andere Maßstäbe.

Doch worauf kommt es an im Leben? Immer nur mithalten zu können? Nein, ich möchte mein eigenes Tempo gehen können. Selbstbestimmt. Ich sein. Frei. Ich glaube, jeder hat sein Talent. Durch Individualität können wir glänzen. Die zwanghafte Angepasstheit macht nur unbeweglich. Außerdem ist Konformität langweilig.

Welches Tempo lebt ihr? Gebt ihr noch Vollgas oder lasst ihr euch gemütlich vom Lebensstrom treiben?

2015-10-18

Mein vor Empathie sprühendes Kind

[Ich habe diesen Post Anfang des Jahres, im Januar, geschrieben und bisher nicht veröffentlicht. Er lag in einer Ecke von Entwürfen. Als ich ihn nach längerer Blogpause nun wiederfand, dachte ich: ein wahrer Herzensartikel! Zu schade, um ihn nicht mit anderen zu teilen. Hier ist er also. :-)]

Sie ist ein Geschenk. Ich liebe sie. Ganz unverhofft trat sie in mein - in unser - Leben. Wir sind überglücklich, dass es sie gibt.

Ich habe meine süße Maus schon öfter im Blog erwähnt. Heute möchte ich einen Blogpost nur ihr widmen.

Von Anfang an spürten wir, dass sie anders ist, als andere Babys. Ein sehr ruhiges und wachsames Baby mit dem "Erwachsenenausdruck". Sie war und ist die Beobachterin. Am Anfang fiel es mir etwas schwer, weil ich nicht so recht wusste, wie ich mit ihr umgehen sollte. Ok, das lag vielleicht auch daran, dass ich eine frischgebackene und noch unerfahrene Mama war. Sie war ein sehr ruhiges Baby, zumindest, solange sie regelmäßig (viel und oft) ihre Mahlzeiten bekam. Noch heute, ist sie eine Genussesserin und das war v.a. im ersten Jahr, in dem ich stillte, ziemlich anstrengend, um es mal vorsichtig auszudrücken! Ansonsten war sie eher ein ruhiger Geselle. In den ersten Monaten bewegte sie sich nicht viel, eigentlich nur ihre Ärmchen und Händchen. Sie wurde auch liebevoll von uns "der Dirigent" genannt. Dies führte dazu, dass sie schon früh geschickt mit den Händen arbeitete. Bis ca. zum 8. Monat bewegte sie kaum ihren Unterkörper. Selbständig laufen konnte sie mit 18 Monaten. Sie war also, was die motorischen Fähigkeiten angeht, eher ein Nachzügler, zumindest beintechnisch. Das war für mich als Mutter recht entspannend, da ich bis sie ca. 14 Monate alt war mir keine Sorgen machen musste, dass sie sich verselbständigt und die Gegend unsicher macht. Legte ich sie irgendwo ab, blieb sie da eine halbe Stunde oder länger liegen bzw. sitzen und beschäftigte sich mit Gegenständen, die sie mit den Händchen untersuchte.

Generell ist sie eher der vorsichtige, bedachte Typ. Man muss sie eher "anstupsen", als dass sie vorausprescht und man sie zügeln müsste. Früh, schon in den ersten Monaten, ist mir aufgefallen, dass sie sehr empfindsam auf Stimmungen reagiert. Ich hatte das Gefühl, sie fühlte mit, wenn Spannungen in der Luft lagen. Wenn ich mich über sie aufregte, dann war sie sehr betroffen und regte sich auch auf. So als könne sie es überhaupt nicht ertragen, wenn ich ihr nicht gut gesonnen war. Einmal, erinnere ich mich, zog ich mich zurück und weinte still vor mich hin. Da kam sie ins Zimmer und nahm Anteil. Sie verstand, dass es mir nicht gut ging und sie holte mir sogar ein Taschentuch! Sie war da ca. 20 Monate alt. Das hat mich zutiefst gerührt.

In den ersten Monaten fing sie häufig an zu weinen, wenn sie andere Menschen, außer uns, sah. Von anderen streicheln oder anfassen lassen, wollte sie sich, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, überhaupt nicht. Wenn jemand sie ansprach oder anlächelte, reagierte sie kaum darauf oder eben mit weinen. Es dauerte teilweise sehr lange, bis jemand ihr ein Lächeln abringen konnte. Das hat sich mittlerweile geändert. Sie ist vorsichtig Fremden gegenüber, worüber ich auch sehr froh bin, aber sie taut jetzt schneller auf und interagiert auch mit anderen Leuten. Sie ist aber immer noch sehr wählerisch, wen sie wie nah an sich heran lässt. Das ist sehr unterschiedlich. Ich nehme an, sie fühlt sich einfach bei manchen Menschen wohler, als bei anderen, je nach Ausstrahlung des anderen.

Mittlerweile kuschelt sie gerne und viel. Das mochte sie am Anfang nicht so. Zwar wollte sie Nähe, aber gestreichelt werden eher nicht. Sie zeigt mir ständig mit Kussmund und indem sie auf meinen Schoß krabbelt und kuscheln möchte, dass sie mich abgöttisch liebt. Sie küsst ständig alles ab, auch Gegenstände. Wenn sie den Mond sieht, macht sie einen Kussmund. Wenn sie Tiere in einem Buch sieht, knutscht sie diese ab. Ich habe ja nun nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Kindern, aber ich denke, dass nicht jedes Kleinkind das macht.

Sie ist von klein auf sehr neugierig, was eigentlich täglich dazu führt, dass sie zu wenig schläft, weil sie einfach nicht zur Ruhe kommt. Überreizung? Es ist ein großer Kraftakt, sie zum Schlafen zu bewegen und wir sind jedes mal super froh, wenn die Erschöpfung sie einfach übermannt. Einfach hinlegen und schlafen klappt bis heute nicht. Tagsüber nur im Kinderwagen oder Auto und abends nur mit Mama an der Seite.

Sie wollte von Anfang an alles selbst machen. Schon als sie 5 Monate alt war, wollte sie selbständig essen. Helfen lassen funktioniert nur sehr behutsam, manchmal auch gar nicht, dann blockt sie total ab und streikt, wenn sie es nicht selbst machen darf. Sie isst bis heute lieber mit den Händen, als mit Besteck. Wir machen es ihr zwar anders vor, aber sie bleibt bei ihren Vorlieben, egal was wir sagen oder machen.

Da wären wir auch schon bei ihrer nächsten Eigenschaft. Sie weiß, was sie will (oder auch nicht will) und lässt sich von ihrem Vorhaben entweder gar nicht oder nur sehr schwer abbringen. Das führt auch schon einmal zu dem ein oder anderen Tobanfall.

Generell muss ich aufpassen, dass ich ihr nicht zu viel recht mache oder zu viel durchgehen lasse. Die Tendenz ist da, weil sie eine super liebe Art hat, die es mir fast unmöglich macht ihr etwas abzuschlagen. Wenn sie etwas nicht bekommt, meckert sie nicht herum oder benimmt sich daneben, nein im Gegenteil, sie nimmt es zunächst hin, versucht dann aber doch indem sie mit Küsschen oder auf etwas zeigen, uns unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie das aber doch gerne haben möchte. Dazu die großen Kulleraugen... muss ich mehr sagen? ;-)

Sie ist sehr redselig. Zwar spricht sie bisher nur wenige Worte, aber sie redet mit unterschiedlichen Lauten in allen Höhen und Tiefen. Sie kommentiert (fast) alles, was wir sagen und nimmt so an unseren Unterhaltungen teil und teilt sich auch selbst mit. Dabei ist sie sehr überzeugend und hingebungsvoll. Manchmal habe ich das Gefühl ich unterhalte mich mit einer Erwachsenen in einer mir unbekannten Sprache. :-) Aber irgendwie verstehen wir uns trotzdem.

Ja, sie macht mich glücklich. Sie bringt mich mit ihrer Herzlichkeit und Gutmütigkeit zum Staunen. Sie liebt ein harmonisches Umfeld, merkt sie, dass Spannungen in der Luft sind, ist sie sehr darauf bedacht, Frieden zu schaffen. Dieses Harmoniebedürfnis kann ich sehr stark nachempfinden. Sich immer mit allem und jedem gut stellen zu wollen. Nur, dass ich als Friedensstifter bisher nicht besonders glänzte. Vielleicht kann ich ja in dem Bezug noch von ihr lernen? Ich habe das Gefühl, sie ist in punkto Empathie vielen Erwachsenen bereits weit voraus und ich versuche alles, damit sie in einem Umfeld aufwächst, indem sie sich wohl fühlen kann. Sie bringt meine bessere Hälfte zum Vorschein.


[Seit Januar hat sich einiges in der Entwicklung unserer bald Dreijährigen getan. Das dritte Lebensjahr - das Jahr der Trotzphasen hat uns wieder vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Vielleicht irgendwann mal mehr dazu. ;-)]

2015-10-13

Unabhängig von Abhängigkeiten

(Dieser Post ist eine Fortsetzung von "Aus Groß mach klein")

Immer diese Abhängigkeiten! Warum machen wir uns ständig abhängig? Warum ist unser Glück abhängig von jemand anderen?

Ich erlebe gerade wieder in meinem persönlichen Umfeld, wie in einer Partnerschaft einer den seelischen Mülleimer spielt und damit sein Leben verkürzt. Solche Beziehungen sind Gift. Das schlimme ist, dass man weder dem Partner damit hilft (auch wenn man es gut meint) noch sich selbst etwas Gutes tut. Mit dieser Haltung ist keinem geholfen. Ich sehe in solchen Momenten als einzigen Ausweg den Abstand, den viele aber nicht oder viel zu spät (gezwungenermaßen) wählen.

Wir können Denkanstöße liefern aber Veränderung kann nur von innen, aus uns selbst heraus, geschehen.

Es ist wie mit dem Trinker oder dem Raucher. Man muss eine Veränderung wollen. Jemand der sagt, ich habe es so oft versucht und nicht geschafft, der hat es nicht ausreichend gewollt. Manchmal bedarf es extremeren Maßnahmen. Raus aus dem gewohnten Umfeld. Luftveränderung. Damit eine Veränderung stattfinden kann. Manchmal funktioniert auch das nicht und man muss erst alles verlieren, um wieder zu sich zu finden. Manche erleben nie das Erwachen.

Es liegt nicht an mir. Es liegt daran welche Prioritäten jemand sich setzt, jetzt, zu diesem Zeitpunkt.

Die Zeit ist einfach zu schade, um sie ewig mit Trauer und Schmerz zu verbringen.
Deshalb muss es mir doch nicht schlecht gehen. Ich schenke jemand anderem meine Aufmerksamkeit. Mir. Jetzt bin ich achtsam. Ich tue, was mir gut tut und hefte mich nicht an jemand anderen. Mein Wohlsein ist nicht abhängig von einer anderen Person, sondern wie ich mit mir selbst umgehe. Nur so, kommt das Gute auch zurück. Und schon wieder bin ich beim Thema Selbstliebe.

Du bist viel anziehender für jemanden, wenn du dich in Zurückhaltung übst.

Bin ich für das Glück eines anderen verantwortlich? Nein. Jeder ist seines Glückes Schmied. Ich glaube daran. Nur wenn man selbst an sich arbeitet, den "Popo" (in gewohnter Kindersprache) hochkriegt, kann etwas passieren. Zwar kann ich unterstützend wirken aber jeder muss selbst offen sein für Veränderung und sein ganz persönliches Glück. So viel Egoismus darf sein! :-)

Aus Groß mach klein

Plötzlicher Unfrieden. Stimmungstornado. Dinge auf sich beziehen.

Warum reagiert derjenige so oder so? Was habe ich vielleicht gemacht, was ihn/sie verärgert hat oder in diese oder jene Stimmung gebracht hat? Was kann ich für ihn oder sie tun?

Wir HSPs ertragen den plötzlichen Unfrieden nicht und wollen ihn beseitigen. Dabei beachten wir häufig nicht, dass wir uns damit eher schaden und wir uns sehr gut überlegen sollten, wie viel Energie wir für den Frieden anderer aufwenden wollen.

Viel wichtiger ist: Was kann ich für MICH in dieser Situation tun? Warum muss ICH darunter leiden?

Meine Erfahrung zeigt:

1. Oft steckt hinter einem Verhalten nichts "Großes". Wir machen es nur groß, weil wir uns in etwas hineinsteigern.

2. Wir sind nicht unbedingt an der Laune des anderen Schuld. Vielleicht hatte dieser einfach einen schlechten Tag, nen Furz quer sitzen oder ihm ist einfach langweilig und er hat nichts besseres zu tun als uns den Tag madig zu machen. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn wir rechtzeitig die Notbremse ziehen!

3. Wenn es zu arg wird und nichts hilft. Einfach stehen lassen. Ignorieren. Dann gibt man demjenigen keine neue Nahrung. Es klingt vielleicht egoistisch, wenn ich mich vom "Miesmacher" entferne aber, es hilft doch nicht, wenn ich bleibe und Mülleimer spiele. Müll schlucken ist ungesund. Für unsere liebe Seele und ich sehe nicht ein, warum ich mich mit jemanden immer und immer wieder abgeben soll, wenn derjenige mich wie Dreck behandelt. In dem Moment, wo ich dieser Person Aufmerksamkeit schenke, bin ich nicht achtsam mit mir selbst.

Fortsetzung folgt...

2015-08-29

Sensitive - The Untold Story

Nun ist es bald soweit. Der Dokufilm zum Trailer Sensitive ist fertig und wird am 10. September 2015 das erste Mal ausgestrahlt. Ihr könnt über Livestream mitschauen.

Sensitive The Movie

Wenn der Film ausgestrahlt wurde und ihr ihn gesehen habt, könnt ihr euch auch gerne hier austauschen. :-)

2015-03-21

Problemkind oder Problemeltern?

Was hat dieser Post mit Hochsensibilität zu tun? Auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen. Es geht aber um Empfindsamkeit. Wir alle, ob hochsensibel oder nicht, sind Wesen, die in der Liebe aufblühen. Das fängt schon im Mutterleib an. Was dann geschieht, wie wir uns entwickeln, hängt maßgeblich von unseren Eltern ab. Kein Problemkind wird als Problemkind geboren. Oder doch? Nicht, wenn man den Worten von Robert T. Betz Glauben schenkt. Kinder! Kinder! Wonach sich Kinderseelen sehnen ist wirklich hörenswert. Demnach sind Bezeichnungen wie Problemkind sehr ungerecht dem Kind gegenüber, denn der Lösungsansatz in den Problematiken, die wir mit unseren Kindern erleben, liegt bei uns. Welche Signale senden wir unseren Kindern? Wie behandeln wir sie? Aber vor allem, wie sind wir zu uns selbst? Von der ersten Sekunde an bekommt das entstehende Leben alle Reize mit. Es fühlt mit. Kinder haben sehr feine Antennen dafür, wenn es darum geht, Schwingungen, die wir Erwachsene aussenden, zu interpretieren. Sie fühlen, denken und wissen so viel mehr, als wir wahrnehmen. Und wie äußern sie es? Ungehemmt auf jede erdenkliche Weise. Lachen, weinen, brüllen, schweigen. Und warum muss ich als Mutter oder Vater auch an mich denken? Damit ich gut sein kann zu meinem Kind. Ich kann nur gut zu mir und meinem Kind sein, wenn ich auch meine Bedürfnisse wahrnehme. Das alles vermittelt Robert Betz in seiner Rede. Unsere Kinder sind unsere Spiegel. Demnach können wir unheimlich viel von ihnen (über uns) lernen, wenn wir hinschauen, hinhören und hinfühlen.

Das bringt mich zurück zu einem Artikel, den ich vor einer Weile schrieb. Muttersein. Da verwendete ich bereits den Begriff der sogenannten Problemkinder (Von Betz wusste ich da aber noch nichts). Dann bringt es mich auch wieder zurück zu meinem Artikel "Wer sind wir?" in dem ich darüber philosophiere welche Faktoren dafür verantwortlich sein könnten, dass wir so sind wie wir sind. Irgendwie alles verwandte Themen, die sich so im Laufe der letzten Monate ergeben haben.

Als Abschluss noch: Warum diese mangelnde Akzeptanz unseren Kindern gegenüber für ihre Einzigartigkeit? Weil wir uns ohnmächtig fühlen. Warum ist es so schwer unsere Kinder so zu lieben, wie sie sind? Ist es, weil wir selbst nicht gelernt haben uns so wert zu schätzen, wie wir sind? Wir waren auch nie gut genug! Hm, ich finde es ist Zeit, diesen Kreis zu durchbrechen.

2015-03-11

Warum ich Kaffee meide

Weil er mir nicht bekommt. Punkt. Eigentlich ist es so einfach und doch wusste ich lange nicht, woran es lag. Jetzt, wo ich weiß, dass ich hochsensibel bin, habe ich bereits oft gelesen, dass Hochsensibilität und Kaffeekonsum mit Vorsicht zu genießen sind, da das Koffein Reizüberflutung nährt. HSP sollten daher möglichst komplett auf Koffein verzichten. Ich habe jahrelang Kaffee getrunken. Nicht viel und mit viel Milch, sodass es gerade einmal eine Tasse schwarzer Kaffee pro Tag war, aber genug, um manchmal den ganzen Tag mit einem Unwohlsein herumzulaufen. Eigentlich ist es ja ganz einfach. Auf Kaffee verzichten. Aber ich fragte mich eben, woran es lag, denn ab und an ein Tässchen Kaffee schmeckte mir ja auch. Also, hab ich irgendwann den Tipp bekommen es mit magenschonenden Kaffee zu probieren. Das vertrug ich zwar besser aber trotzdem hatte ich tagesformabhängig immer noch mit Unwohlsein zu kämpfen. Das war nicht immer gegeben, aber doch immer wieder. Wovon das abhing, konnte ich nicht ausmachen. Dann kamen Schwangerschaft und Stillzeit und ich verzichtete komplett auf Kaffee. Danach habe ich auch nicht wieder angefangen. Es gibt ja auch guten Kaffeeersatz! :) Ähnlich mit Alkoholkonsum. Ich bin sogar bekennende alkoholfrei Biertrinkerin geworden. :) Schmeckt mir besser, als mit Alkohol, denn Alkohol hat auch den unangenehmen Nebeneffekt, dass ich davon müde werde.

Ich frage mich nun, wie geht es anderen HSP mit dem Thema Kaffeekonsum? Trinkt ihr Kaffee? Wenn ja, wieviel und wie vertragt ihr ihn?

2015-02-24

Selbstliebe

Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner

Es gibt ein Buch mit dem Titel. Früher dachte ich. Das ist doch Blödsinn! Das ganze Gerede um Selbstliebe. Natürlich konnte ich andere mehr lieben als mich! Wieso sollte ich mich denn zuerst lieben, damit andere mich lieben (können)?

Heute sehe ich die Botschaft dahinter. Natürlich liebt man andere Menschen anders, als sich selbst. Aber ich habe verstanden, dass man auch sich selbst wertschätzen muss. Man muss mit sich zufrieden sein, damit man auch mit seinem Leben und mit anderen Menschen zufrieden sein kann. Denn das was du ausstrahlst, bist du. Strahlst du Freude aus, bist du glücklich. Fährst du jemanden an, bist du unzufrieden. Die Unzufriedenheit, die du ausstrahlst, wirkt zumindest irritierend (wenn nicht sogar abstoßend) auf andere und somit schaffst du nur eine Verbindung zu jemanden, der diese Eigenschaft mit dir teilt. Vielleicht denkt ihr, ihr liebt euch, weil ihr die Gemeinsamkeit habt unzufrieden zu sein aber das täuscht, denn ihr bestärkt euch zwar gegenseitig in dem, was ihr ausstrahlt, aber glücklich seid ihr damit nicht. Liebe macht aber glücklich oder? Nicht immer? Es gibt unglückliche Liebe? Das ist dann doch eher Sehnsucht, oder?

Selbstwertgefühl.

Oft im Keller. Als HSP wurde meine Eigenschaft empfindsamer auf Situationen zu reagieren meist negativ bewertet. Wie soll man sich selbst wertschätzen, wenn man es von seinen nächsten Lieben (den Eltern) nicht vorgelebt und vermittelt bekommt? Automatisch spielt sich der Film ab. Mit mir stimmt etwas nicht. Wieso werde ich nicht so geliebt, wie ich bin? Ich liebe sie doch auch?
Ich habe für mich festgestellt. Es braucht schon, bevor die Selbstliebe einsetzen kann, Menschen von Außen. Positive Erfahrungen sind unabdingbar. Man muss ja zunächst wissen, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich so wertgeschätzt wird, wie man ist.
Wenn ich mich jetzt so liebe, wie ich bin (das Aufzählen von positiven Eigenschaften hilft), mich mit Menschen umgebe, die mich so wertschätzen wie ich bin (finde ich persönlich unverzichtbar), dann interessiert mich die Vergangenheit nicht mehr und mich durchströmt eine wohlige Wärme. Natürlich braucht dieses Umdenken und Umfühlen Zeit. Das passiert nicht von heute auf morgen. Aber Ziel ist es, das Bild des Selbstwerts zu verändern und in positive Energie umzuwandeln. Das Selbstbewusstsein stärken. Dann bin ich auch wieder viel belastbarer und mich wirft nicht gleich eine kleine Unebenheit aus der Bahn.

Ich muss kein Opfer sein. Ich habe den freien Willen und kann selbst entscheiden wie ich leben möchte (zumindest ab einem gewissen Alter). Gefalle ich mir in der Opferrolle? Es ist immer leichter in der Macht der Gewohnheit zu leben, als etwas zu verändern. Veränderung erfordert Mut. Durchsetzungsvermögen.

Welchen Weg möchte ich gehen? Den Weg der Liebe durch Achtsamkeit im Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen oder den Weg des selbstzerstörerischen Ichs? Die Antwort ist eigentlich klar. Wer jetzt sagt: "Mich mag eh keiner!" der hat Unrecht. Geh mal mit einer positiven Haltung (Stichwort Ausstrahlung) unter Menschen, die dich nicht kennen. Warum sollten sie dir negativ gesonnen sein? Und wenn mich jemand blöd anmacht? Dann kennst du seine Haltung. Begegne ihm weiterhin mit einer freundlichen Haltung. Beobachte, was passiert. Nicht leicht, aber spannend.


Dieser Text ist auch als Gastartikel bei InspirationsPrinzip erschienen.

2015-02-15

Heilsames Schreiben

Das, was für mich das Schreiben ist, ist für andere das Malen, Tanzen oder Musizieren. Für mich ist es der Ausgleich im Alltag. Ich schreibe mich frei. Die Seele spricht zu mir und ich schreibe es auf. Oft gerate ich dabei in einen Flow. Es fließt einfach und während ich schreibe, entspanne ich mich. Schreiben ist für mich Therapie. Die Methode für mich, um meine täglichen Eindrücke zu verarbeiten.

Vor kurzem las ich im Reblog von Julia Hate Meditating? Me too... über die Schreib-Meditation. Als ich die Zeilen las, dachte ich: mir geht es ähnlich. Das meditative Nichtstun ist nicht so mein Ding. Obgleich ich langsam einen Zugang dazu finde. (Mehr dazu mal in einem anderen Artikel)

Schreiben ist für mich heilsam und es bringt mir die Entspannung im Alltag. Ich kann dabei meine Seele baumeln lassen. Mehr noch. Mich freireden. Denn schriftlich gelingt mir das meistens besser als mündlich.

Vor etwas über einem Jahr stieß ich mal auf den Begriff Seelenschreiben von Clemes Kuby. Dazu habe ich die folgenden Gedanken aufgeschrieben.

Was ist Seelenschreiben für mich? Ich lasse die Seele schreiben. Anders ausgedrückt: Ich schreibe meine Gedanken und Gefühle auf. All das, was mir auf dem Herzen liegt und sonst nicht ausgesprochen wird. Es gibt dazu Seminare, Treffen, Anleitungen, aber im Grunde kann das jeder für sich allein machen. Einfach aufschreiben, was bewegt. Sinn und Zweck dieser Übung ist, dass man einen Zugang zur Seele schafft, ihr freien Lauf lässt ohne sie zu hinterfragen oder zu kritisieren. Nichts ist falsch oder unangebracht. Gefühlsausbrüche, die sonst im Alltag eher als unangemessen bewertet werden, sind ausdrücklich erwünscht. Das ist für mich auch Schreibmeditation. Allerdings schaffe ich mir nicht wie bei Kubys Seelenschreiben eine neue mich glücklich machende Wirklichkeit (ich habe dabei das Gefühl nicht ehrlich zu mir selbst zu sein), sondern ich bleibe bei dem real Erlebten und Gefühlten, denn das ist für mich die einzige Wahrheit. Für mich geht es nicht darum Heilung (aus einer krankmachenden Vergangenheit) zu erfahren, sondern meine Gefühle mit anderen zu teilen -im Jetzt- und zu merken, dass ich nicht allein bin mit meinem Denken und Fühlen und mich mit anderen auszutauschen. Deshalb blogge ich auch.

Ich verstehe aber den Ansatz der glücklich machenden Wirklichkeit. Nur, das Umschreiben der bereits erlebten Vergangenheit funktioniert bei mir nicht. Vielmehr schreibe ich das auf, was mich momentan berührt, bewegt und beschäftigt. Manchmal bedeutet das auch, dass sich die Vergangenheit mit der Gegenwart relativiert.

Heilsames Schreiben heißt es für mich deshalb, weil ich in dem Moment, in dem ich schreibe, etwas für mich mache. Ich bin gut zu mir. Das hat auch sehr viel mit Achtsamkeit und Selbstliebe zu tun. Ich höre mir selbst zu.

Beim Schreiben finde ich meinen Seelenfrieden.

Probier es einfach mal aus. Schreibe auf, was dich bewegt, male ein Bild, singe eine Melodie oder tanze zur Musik, wie es dir gefällt. All das ist Ausdruck deiner Seele, die darauf wartet von dir gehört zu werden und sich daran erfreuen wird.

2015-02-10

Wie finde ich meine Berufung?

Ich gehe in mich. Was möchte ich? Was kann ich gut? Was interessiert mich? Wo kann ich der sein, der ich gerade bin?

Finde deine Berufung. Auch bei mir ein Thema. Schon immer gewesen. Zwar entdeckte ich früh meine Vorliebe für Sprachen und andere Länder aber einen Beruf zu finden, der mich wirklich glücklich machte, war schwer zu finden. Heute denke ich, dass es weniger wichtig ist, welchen Beruf ich ausübe, sondern vielmehr eine Rolle spielt, von welchen Menschen ich umgeben bin. Die Bedürfnisse und Interessen verändern sich ja auch im Laufe des Lebens, einige verblassen, neue kommen hinzu. Ich weiß heute aber auch viel mehr über mich selbst, als früher. Wichtig für mich ist, dass ich etwas mache, das mir Spaß macht und zu mir passt. Wenn ich nicht mit Herzblut dabei bin, kann es nicht gut werden. Trotzdem ist das nicht so einfach. Da ich aufpassen muss, dass ich mir nicht zu viel zumute. Ansonsten Burnoutgefahr. Arbeiten ist kein Thema. Ich bin ein sehr zielorientierter und fleißiger Mensch. Es ist vielmehr das Umfeld, in dem ich mich bewege, das den Ausschlag gibt, ob ich mich wohl fühle oder nicht. Die Menschen. Wenn das nicht stimmt, kann mir die Arbeit noch so viel Spaß machen aber ich komme auf keinen grünen Zweig. Aber gleichzeitig bin ich auch gerne unter Menschen. Mein Fazit. Da meine Akkus als HSP schneller leer sind, ist für mich Teilzeitarbeit genau richtig. Dann kann ich effektiv sein, ohne auszubrennen. Ich glaube sogar, dass vielen Menschen eine Teilzeitstelle gut täte, nicht nur Hochsensiblen, v.a. wenn man noch Familie hat. Das Wort Burnout kommt sicher nicht von ungefähr. Aber einschränken wollen sich heute die wenigsten. Wie Teilzeitstelle? Geht nicht! Ihre Entscheidung. Meine Gesundheit geht vor.
Ich bin froh, dass ich mittlerweile soweit bin, denn viele Jahre bin ich permanent über mein Limit gegangen und wie es mir dabei ging, muss ich wohl nicht weiter ausführen.
Fakt ist jedenfalls, dass es uns nur gut gehen kann, wenn wir das machen, was uns (mindestens) gefällt, bestenfalls erfüllt. Und wenn es nur ein Hilfsjob ist. Ist doch egal. Wen kümmern Statussymbole, wenn sie krank machen? Ausbrechen aus dem gewohnten Umfeld kann so befreiend sein, wenn es sich endlich richtig anfühlt. Ich arbeite um zu leben.

Der Artikel How fo Find Your Calling auf Sensitive New World hat mich wieder auf das Thema gebracht und mich dazu veranlasst auch einen Artikel dazu zu schreiben.

2015-02-06

Zwangspause (Zeit für mich)

Letzte Woche kurz vorm Wochenende erwischte es mich, nachdem meine Tochter mich die Tage zuvor mit Fieber und Schnupfen auf Trab hielt. Zuerst dachte ich: "Och ne!" Doch das währte nicht lange, denn ich konnte der Zwangspause schnell etwas abgewinnen. Kind dem Papa überlassen und mich in ein Zimmer verzogen. Da er nicht auch noch krank werden wollte (das ist auch geglückt), durfte ich den Tag so ziemlich für mich verbringen. Das ging ca. 3 Tage mit kurzen Sequenzen in der Küche oder im Bad und ein paar Kuscheleinheiten mit der Kleinen, weil sie mich vermisste.
Und was soll ich sagen? Es war herrlich! So viel Zeit für mich! Das gab es nicht mehr seit über zwei Jahren. Ok, ich war nicht in meiner Höchstform, rotzte und schniefte vor mich hin, hatte einen dicken Hals und trank Unmengen an Tee, lutschte Halsbonbons und brauchte alle Taschentücher im Haushalt auf aber das war ok. Ich konnte schlafen, wann es mir gefiel und ich hatte Zeit für mich ohne Störung und andere Verpflichtungen. Ich war fast traurig, als ich mich schon nach 3 Tagen wieder fast gesund fühlte. Überrascht war ich, dass ich mich so schnell erholte und die Erkältung gar nicht als so schlimm empfand wie sonst früher als ich noch kinderlos war. Das letzte Mal, als ich krank war, war vor zwei Jahren kurz nach der Geburt und da dauerte es Wochen bis ich wieder einigermaßen hergestellt war einfach weil ich damals nicht die Zeit hatte mich auszuruhen und mich um das kleine Wesen Tag und Nacht kümmern musste, das nun auch getrost mal ein paar Tage mit dem Papa auskommt. Darüber bin ich sehr froh, denn es zeigt mir, wie wichtig Zeit für mich ist und wie schön es sich auch wieder anfühlt etwas nur für mich zu machen. Einen Tag nur für mich zu haben empfinde ich schon als puren Luxus und deshalb bin ich dankbar für diese Zwangspause! :o)

2015-02-02

Liebesdusche für Körper und Seele (Reblog)

Auf den Weltschmerz folgt die Liebesdusche. Schön nicht? Habe beim Surfen dieses schöne Bild der Liebesdusche von Ulrike Hirsch auf der Seite Seelenträume gefunden (Danke Anika). Es hat mich sofort angesprochen. Eine gute Übung zum Thema Achtsamkeit. Selbstliebe. Sich selbst wertschätzen. Dankbar zu sein für seinen Körper. Ihn bewusst wahrzunehmen für das was er kann und täglich leistet. Denn, wenn wir achtlos mit unserem Körper umgehen, ihn nur wahrnehmen, wenn er irgendwo nicht mehr so funktioniert, wie er soll, sorgt dafür, dass wir ein negatives Bild von unserem Körper haben.
Lasst uns also dankbar für unseren Körper sein und sehen, was er alles kann. Wie es Ulrike so treffend formuliert: "Er ist ein Wunder und das Zuhause meiner Seele hier auf Erden." Eine tolle Künstlerin!

Normalerweise mach ich ja keine Werbung auf meinem Blog aber diesmal mache ich eine Ausnahme. Dieses schöne Bild könnt ihr auch als Poster erwerben. Poster "Tägliche Liebesdusche"


2015-02-01

Weltschmerz

Ja, da war er wieder. Zwei Tage lang sinnierte ich über mein Leben, das Leben meiner Mitmenschen und dass ich immer wieder in unregelmäßigen Abständen das Gefühl habe, dass ich überfordert bin mit all meinen täglichen Eindrücken und Gefühlen. Ich bekomme dann einfach keinen Zugang zu meinen Mitmenschen oder ich fühle mich deplatziert. Sicher, von außen betrachtet scheint die Welt in Ordnung. Doch in mir empfinde ich dann nur Trauer und Schmerz. So als könnte ich mich nicht mit der Welt und meinen Mitmenschen verbinden.
Ich lag abends im Bett, hörte ein und dasselbe Lied über Kopfhörer immer und immer wieder und konnte nicht genug davon bekommen, weil es mich ansprach, meine derzeitigen Gefühle verstärkte bis sie einfach aus mir heraus rollten, ganz still und leise, ohne Seufzer. Es tat gut und ich hörte das Lied so lange, bis ich das Gefühl hatte, der Hunger nach emotionalem Ausgleich ist gestillt. Zumindest für den Augenblick. Mit Musik oder aber einem intensiven Gespräch mit einem Gleichgesinnten überwinde ich den Weltschmerz ganz gut.

Kennt ihr das Gefühl von Weltschmerz auch? Wie oft empfindet ihr ihn? Was macht ihr dann?

2015-01-28

Hungergefühl

Kennt ihr das auch? Dieses plötzliche sehr starke Hungergefühl, sodass einem flau im Magen wird? Es ist so dominierend, dass es jetzt -sofort- gestillt werden muss. Passiert das nicht, geht es mir schlecht, ich kann mich nicht konzentrieren und bin schwach. Dieses akute Hungergefühl ist bei Hochsensiblen nicht ungewöhnlich.

Ich hatte aber auch schon das umgekehrte Phänomen. Also, dass ich über viele Stunden keinen Hunger verspürte und ich mich wunderte, dass ich gar nichts essen wollte.
Ich habe eine Parallele zu emotional und körperlich empfundenen Hunger gefunden. Bin ich emotional ausgeglichen, verspüre ich auch nicht so schnell körperlichen Hunger. Klingt vielleicht etwas merkwürdig aber für mich trifft das zu. Für mich macht das auch Sinn, denn fühle ich mich emotional ausgehungert, muss ich diese Lücke anderweitig "stopfen". Heißt das nun, dass dünne Menschen emotional ausgeglichene Menschen sind? So weit würde ich nicht gehen, aber ich glaube schon, dass der körperliche Ausdruck etwas über den seelischen Zustand des Menschen verrät.

Nun spinne ich das ganze einmal weiter. Ist es, nach dem oben gesagten möglich, das akute Hungergefühl durch emotionales Input zu stoppen?

2015-01-21

Wie erkläre ich Hochsensibilität?

Ich laufe mit meinem Hund durch die Natur, genieße den Freilauf meiner Gedanken und auf einmal weiß ich es. Meine Hochsensibilität ist ganz einfach zu erklären! Meine Hochsensibilität ist wie die Nase meines Hundes.
Die Hundenase, reagiert viel empfindsamer auf Gerüche. Mein Hund riecht Dinge, von denen ich nicht einmal ansatzweise etwas verstehe. Für mich wirkt sein Riechverhalten manchmal übertrieben. Er liest in den Spuren. Wie in einer Zeitung. Wissen wir, wie wir uns verhalten würden, wenn wir das riechen, was der Hund riecht? Könnte witzig aussehen! Aber nicht nur das. Es verschafft einem auch eine ganz andere Perspektive der Dinge. So etwa ist es auch mit meiner Hochsensibilität. Ich nehme mehr wahr ohne es zu wollen. Es ist einfach da. Die Stimmung eines Menschen oder das unangenehme Geräusch im Straßenverkehr, das andere gar nicht wahrnehmen. Das dringende Bedürfnis für mich sein zu wollen, wenn mein Limit erreicht ist, während andere noch in lustiger Runde zusammensitzen. Verständnislose Blicke anderer, die mich verletzen. Da muss ich dann eben durch, wenn ich auf mich acht geben will. Ich klinke mich einfach aus. Denn, ich kann nur gut zu anderen sein, wenn ich gut zu mir selbst bin! Danach versuche ich täglich zu leben.

2015-01-14

Seelenfreund

Neulich las ich The Importance of Kindred Spirits im Blog A Highly Sensitive Person's Life. Dieser Artikel machte mich ein wenig traurig, weil es mich darauf aufmerksam machte, dass mir ein Seelenverwandter im Leben fehlt. Es ist schon schwierig als introvertierter HSP Freundschaften zu schließen, aber jemanden an seiner Seite zu haben, der immer für einen da ist, der einen so nimmt wie man ist, mit allen positiven und negativen Eigenschaften, der einem zuhört, mit dem man über alles reden kann, zu dem man absolutes Vertrauen hat, bei dem man sich so wohl fühlt, dass es einem nie zu viel wird... nein, so jemanden kenne ich nicht. Ich habe mich nie mit vielen Menschen umgeben und ich bevorzuge 1-2 gute Freunde, als einen Haufen Bekanntschaften, aber selbst Freundschaften zu knüpfen ist im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden. Vielleicht liegt es auch an mir? Bin ich ablehnender Menschen gegenüber geworden?

Je mehr negative Erfahrungen ich mit Menschen machte, desto mehr schottete ich mich ab, bis ich schließlich kaum noch jemanden an mich heran ließ. Meist lag es daran, dass mir die Menschen zu oberflächig waren. Für sie waren andere Sachen wichtig, die für mich nur eine untergeordnete Rolle spielten. Deshalb lehnte ich sie ab. Ich war ihnen bestimmt manchmal unsympathisch. Kam überheblich, unnahbar rüber. Sie waren nicht perfekt genug für mich!

Dann wiederum gab es Situationen, da sprang der Funken einfach nicht über. Wenn mich jemand interessierte, hatte ich oft das Gefühl, dass ich mich mehr um eine Freundschaft bemühte, als der andere. Vielleicht war ich ihnen zu kompliziert? Zu anspruchsvoll? Vielleicht. Erwarte ich gleich zu viel von meinem Gegenüber?

Ich habe in den letzten Monaten geübt. Mich mit SmallTalk anzufreunden und das hat oft auch gut geklappt ohne mich groß verstellen zu müssen. Vielleicht weil ich offen dafür war, es einfach mal auszuprobieren? Und trotzdem bleibt eine tiefe innere Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann. Die Sehnsucht nach mehr. Nach einem Menschen zum anlehnen und wohlfühlen. Da fällt mir das Wort bedingungslose Liebe ein. So wie zwischen Mutter und Kind. Man liebt sich so wie man ist. Mehr braucht es nicht. Aber diese Mutter-Kind-Liebe auch wenn sie wunderschön ist, kann die Beziehung auch sehr anstrengend sein und ist nicht zu vergleichen mit Seelenverwandtschaft. Ich habe solch tiefe Verbundenheit schon erfahren, manchmal war es jedoch eher einseitig und dann verändert sich der Mensch auch über die Jahre und irgendwann stimmt es einfach nicht mehr.

Als Erwachsener tue ich mich jedenfalls sehr schwer eine verwandte Seele zu finden. Aber ich gebe nicht auf und ich suche weiter und wenn ich auch wieder mehr Menschen an mich heranlasse, sie so sein lasse, wie sie sind, ohne sie verändern zu wollen, dann passt es vielleicht auch irgendwann und ich finde meinen Seelenfreund. Dafür muss ich aber auch Vorarbeit leisten, d.h. mich in SmallTalk üben, Bekanntschaften zulassen, die sich auch zu mehr entwickeln können und wenn nicht, dann ist es auch gut. Man kann nichts erzwingen und vielleicht sind auch verschiedene Freundschaften gut, weil es Abwechslung bedeutet und man so auch einen Einblick in ein Leben mit Menschen bekommt, die nicht so sind, wie man selbst.

2015-01-05

INFJ und Persönlichkeitstest

Gestern stieß ich auf die Abkürzung INFJ bei Twitter im Zusammenhang mit HSP und ich fragte mich: Was ist das denn? Kurz Mr Google gefragt und dann wusste ich, dass INFJ für Introverted - iNtution - Feeling - Judging steht (auf deutsch: Agiert Introvertiert, Denkt Theoretisch, Interagiert Kooperativ, Lebt Geplant). Ok, aber was genau bedeutet das? Zuerst fand ich jede Menge Seiten auf englisch bis ich dann die Seite Charaktertest.net fand. Ich belas mich und fand kurze Zeit später zu der Abkürzung noch eine weitere Seite namens Typentest Persönlichkeitstest. Interessant ist, dass ich diesen Begriff oft im Zusammenhang mit HSPs lese. Sind INFJs auch immer HSPs? Ich glaube ja. Wenn jemand mehr weiß, wäre ich sehr dankbar, wenn er diese Information mit mir teilt! Da INFJs mit ca. 1,5 % der Bevölkerung wesentlich seltener vorkommen, als HSPs, sind bei weitem nicht alle HSPs auch INFJs. Ich zähle mich nicht dazu, aber ich vermute, dass meine Tochter diese Charaktereigenschaft hat. Sicherheit werde ich diesbezüglich vermutlich erst bekommen, wenn sie noch ein wenig älter ist.
Ich denke aber auch, dass man sich nicht zu sehr auf solche Tests versteifen sollte. Es ist halt interessant und unterhaltsam und man lernt ständig etwas dazu. Ich denke, es ist ähnlich wie beim HSP-Test. Man muss sich über das Thema informieren und dann sehen, ob man sich damit identifizieren kann.

2015-01-03

Wer sind wir?

Heute morgen kam mir wieder so ein Gedanke. Ein Gedanke, der sich einfach verselbständigte, weiter sponn und immer mehr Verknüpfungen bildete. Zuerst dachte ich darüber nach, welch liebes Wesen meine Tochter hat. Welches Glück sie uns beschert trotz mancher Anstrengung und Entbehrung. Dass wir als Eltern von ihr lernen können. Ich habe das Gefühl sie ist uns in vielem voraus, v.a. in Bezug auf Empathie. Ist sie zu gut für diese Welt? Vielleicht. Aber warum sind die Menschen wie sie sind? Sind wir wirklich nur ein Produkt des genetischen Glücksspiels? Oder sind wir alle Seelen, die nur kurz als Mensch existieren und wenn ja, befinden wir uns in unterschiedlichen Entwicklungsstufen (alte Seelen/neue Seelen), was unser unterschiedliches Sein erklären würde? Oder müssen wir uns als ein Zusammenspiel aus Körper und Seele betrachten? Quasi eine Seele mit Hülle. Diese Hülle lenkt uns ab vom überirdischen Dasein. Das muss so sein, weil wir uns ja sonst nicht auf unser Leben hier konzentrieren könnten. Wir sollen hier ja einen Zweck erfüllen. Zumindest, wenn man sich schon einmal mit der Sinnfrage beschäftigt hat.
Werden wir von Natur aus lieb oder böse geboren? Zum Beispiel der Mörder, egal welchen Alters, wie war er als Baby? Was hatte er für Startvoraussetzungen. Aber nicht nur das. Wenn es stimmt, dass unsere Gene sich im Laufe des Lebens, abhängig von den Erfahrungen, die wir machen, verändern können, dann würde das einiges erklären oder? Zum Beispiel, dass ein Mörder nicht als Mörder geboren wird. Das Leben macht ihn dazu. Ist er deshalb weniger daran Schuld? Wenn sich Gene, abhängig von unseren Erfahrungen, verändern können, erklärt das, warum wir uns im Laufe des Lebens verändern, warum wir manche Menschen nach vielen Jahren gar nicht wiedererkennen? Es sind Erfahrungen, die wir machen. Die uns zu dem machen, der wir heute sind. Wenn ich als junger Mensch und als Kind ein glückliches Leben hatte und dann ein Kind bekomme, müsste es glücklich sein oder? Ist es wirklich so einfach? Das würde bedeuten, je nachdem wie glücklich wir sind im Leben, wird dieses Glück auch an unsere Kinder weitergegeben. Stimmt das? Aber es sind ja nicht nur unsere Gene (als Mutter), es sind ja auch die Gene unseres Partners, unserer Eltern und Großeltern und Urgroßeltern usw., die mitwirken, wenn ein neues Leben entsteht. Wie ein gigantisches Würfelspiel. Wer weiß schon so genau, welche Faktoren da mitspielen, warum ein Mensch so wird, wie er wird. Da ist einmal der genetische Aspekt aber dann sind da natürlich noch die Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens machen, wie wir leben und dann ja dann ist da noch das höhere Etwas, das wir Gott nennen, Energien, der Kosmos ja und dann ist da noch die liebe Seele. Wer kann das schon alles verstehen und wer weiß das schon so genau?

Und da wären wir wieder bei meiner Sinnfrage, die sich wohl, egal wie viel wir über das Leben nachdenken, nicht mit Sicherheit beantworten lässt und die sich für jeden auch anders beantworten lässt.