2014-12-30

Die Sinnfrage

Suchst du auch häufig nach dem Sinn im Leben? In dem, was dich umgibt und in Dingen, die du erlebt hast? Die Sinnsuche im Leben ist bei uns Hochsensiblen vielleicht noch bedeutsamer, als bei anderen Menschen. Warum passiert etwas? Hätte ich es beeinflussen können? Was kann ich daraus machen? Auch wenn ich nicht gleich die Botschaft hinter einem Ereignis verstehe, so suche ich doch danach und werde auch im Laufe meines Lebens immer wieder fündig. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich nie aufgebe, die Herausforderung annehme und nicht im Selbstmitleid versinke. Es ist ein bisschen wie ein Puzzlespiel. Je mehr Teile ich finde, desto mehr fügt es sich (mein Leben) als ein Gesamtbild zusammen. Das macht für mich Sinn. Damit kann ich leben. Höhen und Tiefen gehören dazu. Als mich vor ein paar Jahren ein Schicksalsschlag traf das Leben auf eine harte Probe stellte (ich verlor mein Wunschkind) und ich zunächst gelähmt war vor Schmerz, stellte ich mir die Sinnfrage laut in Gegenwart eines anderen: "Warum ist das passiert? Was ist der Sinn dieses Geschehens?" Und ich bekam als Antwort einfach nur: "Vielleicht gibt es keinen Sinn." Das haute mich glatt um. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht! Das kam für mich gar nicht in Frage. Ich erkläre auch warum. Ich habe mir früher darüber nie so die Gedanken gemacht, aber heute glaube ich, dass erst wenn wir suchen, lernen können. D.h. wenn ich das Ereignis nicht hinterfrage, dann kann ich mich auch nicht weiterentwickeln, oder? Es einfach als Schicksalsschlag hinzunehmen, ohne es weiter zu ergründen, geht für mich nicht. Für mich soll das Leben -mein Leben- Sinn machen. Die Sinnfrage ist nicht aus meinem Leben wegzudenken. Ich rede jetzt nicht davon, ob es Sinn macht, dass ich mir morgens beim Frühstück auf mein T-Shirt gekleckert habe. Ich rede von einschneidenden und bewegenden Erlebnissen im Leben. Solche, die das Leben in gewisse Bahnen lenken (können). Je nachdem, was wir auch selbst daraus machen. Für mich ist es so: Wenn ich nicht hinterfrage, lerne ich nicht dazu und lerne ich nicht, entwickel ich mich nicht weiter, mache womöglich immer wieder die gleichen Fehler im Leben, aber ich komme nicht darauf, weil ich mir ja nicht die Sinnfrage stelle bzw mir einfach nicht ausreichend Gedanken mache, was dahinter stecken könnte (auch z.B. hinter dem Verhalten einer Person). Für mich ist die Klärung der Sinnfrage und das viele und intensive Nachdenken über das Leben und wie alles zusammenhängt wichtig, um verarbeiten und mich weiterentwickeln zu können. Zumindest, solange ich mich nicht in einer Gedankenspirale befinde! Mehr dazu vielleicht ein anderes Mal.

Noch etwas. Wenn ich lebe, wie ich leben möchte, es sich richtig anfühlt, das Herz ja sagt, dann mache ich Sinn, auch wenn das für andere vielleicht keinen Sinn macht. In diesem Sinne: Gebe deinem Leben deinen Sinn!

Wie siehst du das? Stellst du dir oft die Sinnfrage im Leben? Warum ja oder warum nein?

Der Artikel HSPs and Finding Meaning in Life hat mich dazu bewegt einen Artikel zur Sinnfrage zu schreiben.

2014-12-28

Auftanken

Wie machst du das als HSP?

Erschöpft, überreizt, ausgelaugt. Die Sinne brauchen einfach eine Pause! So geht es mir täglich.

Als HSP müss(t)en wir uns öfter zurückziehen (können). Ich schreibe das bewusst so, weil es leider oft schwer realisierbar ist. Wir nehmen weiter Reize auf, obwohl wir schon längst voll sind. Unser Fass läuft schneller über als bei normal Sensiblen, weil wir mehr Reize wahrnehmen.

Was mache ich dann? Auftanken. Wie?

Das ist bei mir situationsabhängig. Ich habe gelernt, jede noch so kleine Lücke im Alltag "wahrzunehmen", d.h. sie bewusst zum Auftanken zu nutzen. Sei es mit Bewegung in der Natur, am Computer, beim Schreiben oder Musik hören. Hauptsache es ist ruhig um mich herum bzw. ich kann mich einfach nur auf diese eine Sache konzentrieren. Habe ich noch Umgebungsgeräusche, die mich stören oder ablenken, nehme ich Kopfhörer und höre dazu angenehme Musik, damit ich ganz bei mir sein kann. Schon eine halbe Stunde wirkt Wunder. Nach einer Stunde ist mein Tank wieder ziemlich voll und ich fühle mich erfrischt. Dann kann es weitergehen im Alltag. Fehlt mir diese Pause und ich habe die erholsame Stunde nicht, bin ich irgendwann (meist nachmittags) sehr gereizt und werde zum Schluss sogar aggressiv. Zum Schluss platzt es aus mir heraus und ich kann sehr laut werden. Dann weiß ich: Grenze bei weitem überschritten!!! Nicht, dass ich das nicht schon vorher gemerkt hätte, es kündigt sich durch ein stetig anwachsendes Gefühl des Unwohlseins, nicht mehr zuhören Wollens und Fluchtgedanken an. Doch so gerne ich wollte, ich kann nicht immer einfach alles stehen lassen und meinen Bedürfnissen nachgehen. Aber ich versuche mir zunehmend diese kleinen Pausen über den Tag verteilt zu nehmen. Damit ist mir geholfen. Der Idealzustand wäre mehrere Stunden nur für mich allein. Manchmal gelingt das, meist aber nur unter Einbuße von Schlaf.

Wie tankst du auf? Wie oft gelingt es dir, die für dich notwendigen Pausen zu nehmen?


Dieser Eintrag ist gewissermaßen eine Fortsetzung zu meinem Artikel Umgang mit schneller Überreizung.

Muttersein

Nachdem ich in letzter Zeit einige Blogs zum Thema Muttersein und das Leben mit Kindern gelesen habe (von HSP und nicht HSP), möchte ich nun noch einmal nach meinem Artikel letztes Jahr Zeit für mich - als Mutter und HSP etwas im Bezug auf das Muttersein loswerden. Ich weise ausdrücklich daraufhin, dass ich im Folgenden meine persönlichen Eindrücke wiedergebe.

Heutzutage muss man sich ja schon fast entschuldigen bzw. erklären, wenn man "nur" Mutter ist. Ist die moderne Frau heute ja ein Multitalent! (Achtung Ironie!) Das Vorzeigemodell macht erst Karriere, wirft dann so nebenbei ein bis zwei Kinder und widmet sich ein paar Wochen nach der Geburt gleich wieder dem Arbeitgeber statt dem Kind. Managt aber offiziell beides mit Bravur! Spätestens, wenn das Kind ein Jahr alt jung ist, wird's Zeit für eine Ganztagsbetreuung. Weint das Kind viel, ist es ein Problemkind, auch wenn es nur zur Mama will. Ist das so schwer zu verstehen? Für einen Erwachsenen scheinbar. Wir müssen in dieser Gesellschaft funktionieren und darunter leiden tun die Kinder, oder etwa nicht? Nein, hören tut man nur die "armen" Eltern. Was sie für ein schwieriges Kind haben, wie sehr sie unter Schlafentzug leiden und wie viel Geduld sie für ihre Kinder aufbringen müssen, wie sehr sie ihrer Freiheit beraubt werden mit einem Kind. Hallo?! Den kürzeren dabei ziehen doch wohl unsere Kinder oder? Wie fühlt es sich wohl an, wenn man jeden Tag zu spüren bekommt, dass man eigentlich nur ein Klotz am Bein ist? Wenn man Nähe möchte, aber die einzige Nähe, die man als Einjähriges spürt, ein Kuscheltier im Bettchen ist? Schrecklich allein gelassen oder? Ist es da verwunderlich, dass unsere Kinder verhaltensauffällig werden? Aber wir lieben sie doch! Ja, wir lieben sie. Aber nur in Raten. Wir wollen nicht mehr zu 100% für sie da sein. Dafür ist uns unser eigenes Leben zu wichtig! Nur Muttersein ist heute nicht mehr "in".  Wie du bist nur Mutter? Ja, ich hatte ein Leben vor der Geburt und eins nach der Geburt. Der Unterschied ist, dass ich nun nicht mehr ausschließlich für mich verantwortlich bin und die Wahrheit ist, dass Muttersein in den ersten Jahren bedeutet, dass ich für mich zurückstecken muss, wenn es meinem Kind gut gehen soll. Es ist doch nicht für immer! Es ist doch noch so klein. So unbeholfen. Dann schenke ich dem kleinen Wesen eben einen Teil meines Lebens und wenn es mehrere Jahre sind. Mich erfüllt dieser Gedanke, denn ich glaube fest daran, dass meine Hingabe als Mutter mir mehr geben kann, als es ein Job jemals könnte. Ein Job ist ersetzbar. Mein Kind nicht. Ist die Anfangszeit gelaufen, kommt sie nicht zurück. Verursachte Schäden sind irreversibel, sie können später nur noch gelindert werden. Ich erwarte nicht, dass jemand meine Ansicht teilt. Jeder muss für sich entscheiden, wie er leben möchte. Ich finde nur, man sollte sich nicht zu sehr vom gesellschaftlichen Vorleben beeinflussen lassen, sondern das tun, was sich für einen richtig anfühlt. Für mich, ist das Muttersein eine Erfüllung, wie ich sie mir nie erträumt hätte, denn ich wollte bis vor wenigen Jahren nie Mutter werden. Dass mein Leben so eine Wendung nehmen könnte, hätte ich nie gedacht. Ohne Frage ist das Muttersein eine der größten Herausforderungen, kann aber gleichzeitig die Erfüllung des Lebens sein.

Wie erlebst du das Muttersein? Was bedeutet es für dich Mutter zu sein?

2014-12-20

Ich bin anders und das ist gut so!

Seit Geburt meiner Tochter bin ich am überlegen, ob sie auch hochsensibel ist. Manchmal denke ich ja, dann weiß ich es nicht oder denke nein. Vielleicht kommt es daher, dass ich sie zu sehr mit meinen Merkmalen vergleiche, dabei kann sich Hochsensibilität ja unterschiedlich beim Menschen äußern je nach Charakter, Vergangenheit, Entwicklungsstand und welche Sinne besonders ausgeprägt sind. Gestern dann stieß ich auf den Artikel Autonome Kinder im Blog Frühlingskindermama und ich fand so viele Parallelen zum Wesen meiner Tochter, dass ich dachte: "Das ist sie!" So wie es mir ging, als ich vor knapp drei Jahren von Hochsensibilität erfuhr und dachte: "Das bin ich!" Dann fragte ich mich, kann es beides auf einmal geben? Also, das ein Kind autonom und hochsensibel ist? Ich weiß es nicht. Daraufhin startete ich eine Diskussion im Blogeintrag. Ich finde das Thema hochinteressant und würde gerne mehr Erfahrungsberichte von anderen Bloglesern hören. Vielleicht kann man bisher aber auch nur Vermutungen anstellen, weil es noch zu wenige Studien (wenn überhaupt) und Austausch darüber gibt.
Fest steht jedenfalls, dass egal ob autonome oder hochsensible Kinder oder auch beides, man muss sich darauf einstellen, dass sie anders sind, als der größere Prozentanteil der Kinder und dass sie einen anderen Umgang brauchen. Es ist ein Drahtseilakt zwischen genügend Freiraum lassen und Erziehung Wegleitung. Ich glaube wichtig ist, dass man sich für ihre Bedürfnisse Zeit nimmt, die Bereitschaft sie verstehen zu wollen mitbringt und ihre Andersartigkeit einfach annimmt ohne sie zu kritisieren, bewerten oder gar eindämmen zu wollen. Schlicht zu akzeptieren wie sie sind. Aber ist das nicht auch in der Erwachsenenwelt so, dass uns damit geholfen wäre, wenn wir mehr leben und leben lassen ohne uns ständig einzumischen und maßregeln oder verändern zu wollen? Es lebe das Anderssein!

2014-12-07

Dog Personality Research

Ja, ganz richtig, es geht um die Erforschung der Persönlichkeit deines Hundes.

Im letzten Newsletter von Elaine Aron "Ten Opportunities for HSPs" wurde auf ein Forschungsprojekt aufmerksam gemacht, das die Ausprägung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale bei Hunden untersucht.

Teilnehmen können alle Hunde ob hochsensibel oder nicht. Das Forschungsprojekt wird von einer Tierärztin, die selbst eine HSP ist, durchgeführt.

Teilnehmen kann man an dem Forschungsprojekt, indem man einen Online-Fragebogen ausfüllt.

Weitersagen ist ausdrücklich erwünscht!