2014-10-26

Feinheiten oder Kleinigkeiten?

Heute geht es um das Wahrnehmen von Feinheiten oder "Kleinigkeiten", die andere Leute entweder übersehen oder gar nicht weiter beachten. Da geht es zum Beispiel um den Motorradfahrer, der uns im Auto überholt und den ich wenig später an einer Ampel wiedererkenne, weil ich mir z.B. gemerkt habe, welche Farbe seine Jacke hatte. Ich beachte ihn, während mein Nachbar ihn "übersieht" bzw. einfach nicht richtig hinsieht. Für ihn könnte es auch ein anderer Fahrer sein. Wenn ich in einen Raum gehe, sind meine Sinne wach für z.B. einen bestimmten Geruch, der mir sofort auffällt oder ein Bild, das leicht schief hängt (und mich ungemein stört). Als Kind, so erzählte mir meine Oma, habe ich einmal gesagt, dass es in der Wohnung ihres Freundes nach Rauch riecht. Sie meinte daraufhin, dass aber niemand in der Wohnung geraucht hätte und auch ihr Freund nicht rauchte. Nach vielem Suchen stellte sich heraus, dass ein Jacket, was ihr Freund vor ein paar Wochen getragen hatte, nach Rauch roch, weil er damit in einer Kneipe gewesen war. Ich roch das in der ganzen Wohnung.
Ich mag alles für andere Gaumen "zu dünn". Ein Beutel Tee pro Tasse ist mir viel zu stark. Ein Beutel auf eine Kanne genau richtig.
Wenn jmd etwas an sich verändert, z.B. andere Ohrringe trägt, fällt mir das gleich auf. An der Tonart merke ich, wie mir jmd gesonnen ist oder in welcher Stimmung sich jmd befindet.
Meine Theorie ist: eben weil ich so viele "Kleinigkeiten" im Alltag wahrnehme, fühle ich mich schneller überreizt als andere normal sensible Menschen. Darin liegt sicher auch die Ursache, warum ich am Ende des Tages früher das Feld verlasse und mich nach einem stillen, ruhigen Ort sehne, an dem ich einfach abschalten kann, ohne Reize wie z.B. Bildschirmflimmern und Geräusche.

2014-10-02

Stimmungen anderer empfinden

Manchmal ist das sooo anstrengend! Kennt ihr das auch? Ihr trefft jemanden und fühlt sofort die Stimmung des anderen. Ob derjenige gut drauf ist oder schlecht, ob er mir gegenüber offen oder ablehnend ist, ob er ehrlich zu mir ist oder nicht. Manchmal möchte ich dann schon gar nicht mehr etwas mit demjenigen zu tun haben, obwohl ich ihn nur kurz gesehen bzw. gesprochen habe.
Wenn ich gut gelaunt bin und Energie habe, dann kann ich damit umgehen. Sind meine Reserven aber aufgebraucht und ich bin erschöpft, dann kann mich eine negative Stimmung richtig herunterziehen. Mein Stimmungsbarometer ist dann auf dem Nullpunkt und ich glaube nicht, dass mir dann noch jemand begegnen möchte außer er hat viel Einfühlungsvermögen und Geduld für mich übrig. Dieser Zustand kann mehrere Stunden andauern, manchmal sogar Tage bis ich mich davon komplett erholt habe. Das ist schlimm, ich weiß und es ist so kräftezehrend! Erst bin ich entweder verletzt oder wütend auf den Menschen, dann auf mich, dass ich mich davon so beeinflussen lasse. Aber kann ich etwas dafür? Kann der andere etwas dafür? Nein. Ich glaube, ich muss in mir stabiler werden, ausgeglichener, damit ich solche Stimmungstiefs besser verarbeiten kann. Ich sprach jetzt von negativen Stimmungen. Begegne ich sehr positiven Stimmungen, so wirkt sich das ähnlich intensiv und lange aus, nur eben im positiven Sinne. Dann kann ich richtig "high" sein, weil ich mich über eine einfache Geste (die Intention, die dahinter steckt, macht's!) freue oder ein intensives Gespräch noch lange nachklingt.